„Wir werden Venezuela unterstützen“
24.01.2019
Ali Özkök
Russland hat die Vereinigten Staaten am Donnerstag davor gewarnt, militärisch in Venezuela einzugreifen. Caracas ist ein enger Verbündeter Moskaus. Russische Vertreter kommentierten, ein solcher Schritt würde eine Katastrophe auslösen.
Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaidó erklärte sich am Mittwoch zum Interimspräsidenten. Kurze Zeit später erkannte Washington Guaidó als neuen Präsidenten des ölreichen Landes an. Das veranlasste den seit 2013 gewählten Präsidenten Nicolés Maduro, alle diplomatischen Beziehungen mit den USA auszusetzen.
In einem Interview mit der am Donnerstag veröffentlichten russischen Zeitschrift International Affairs sagte Sergej Rjabkow, der stellvertretende Außenminister Russlands, Moskau werde an der Seite von Venezuela stehen, um seine Souveränität und den Grundsatz der Nichteinmischung in seine inneren Angelegenheiten zu schützen.
Auf die Frage nach der Aussicht auf eine US-Militärintervention in Venezuela sagte Rjabkow:
Wir warnen davor. Wir halten das für ein katastrophales Szenario, das die Grundlagen des Entwicklungsmodells, das wir in Lateinamerika sehen, erschüttern würde.
Rjabkow glaubt nicht, dass die Krise in Venezuela so schnell abflauen wird. Moskau rechne laut dem Minister damit, dass die Vereinigten Staaten und andere Länder den Druck auf Caracas in nächster Zeit sogar erhöhen werden.
Rjabkow erwähnte Präsident Maduro nicht namentlich, machte aber deutlich, dass Moskau dessen Regierung unterstützt. „Venezuela ist freundlich zu uns und unser strategischer Partner„, sagte er.Wir haben es unterstützt und werden es weiterhin unterstützen.
Separat kommentierten russische Abgeordnete, dass die Unterstützung der USA für Schritte, Maduro von der Macht zu verdrängen, auf die Unterstützung eines illegalen Staatsstreichs hinausläuft. Diese Entwicklung unterstreiche die Besorgnis Moskaus über einen seiner engsten Verbündeten.
Die Aussicht auf einen erfolgreichen Putsch in Venezuela käme einem geopolitischen und wirtschaftlichen Angriff gegen Moskau gleich. Russland ist neben China zu einem der wichtigsten Kreditgeber von Caracas aufgestiegen. Sollte die Wirtschaft des Landes kollabieren, drohen die Kredite ebenfalls zu platzen.
In den Beziehungen zwischen Russland und Venezuela existiert auch eine militärische Komponente. Zwei russische strategische Bomber, die in der Lage sind, Atomwaffen zu tragen, landeten letzten Monat in Venezuela als Teil einer Demonstration der Unterstützung.
Der russische Dumaabgeordnete und ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Föderationsrat Franz Klinzewitsch warnte am Donnerstag davor, dass Moskau seine militärische Zusammenarbeit mit Venezuela beenden könnte, wenn Maduro gestürzt würde, den er den legitim gewählten Präsidenten nannte, berichtete die Nachrichtenagentur RIA.
US-Regierung: „Russland verschärft Spannungen in Venezuela“
Von Vilma Guzmán
amerika21
Eine Transportmaschine Antonov An-124 der russischen Luftwaffe mit 35 Tonnen Fracht soll am Samstag in Venezuela gelandet sein
Der Außenminister der USA, Mike Pompeo, hat scharfe Kritik an Russlands Unterstützung für die Regierung von Präsident Nicolás Maduro geübt. Anlass war die Ankunft zweier russischer Militärflugzeuge in Venezuela am vergangenen Samstag. Wie Außenamtssprecher Robert Palladino mitteilte, habe Pompeo seinen Amtskollegen Sergei Lawrow angerufen und erklärt, dass die USA und Länder der Region „nicht tatenlos zusehen werden, wie Russland die Spannungen in Venezuela verschärft“. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: „Die fortgesetzte Entsendung von russischem Militärpersonal zur Unterstützung des illegitimen Regimes von Nicolas Maduro in Venezuela birgt die Gefahr, das Leiden des venezolanischen Volkes zu verlängern, das den Interimspräsidenten Juan Guaidó mit überwältigender Mehrheit unterstützt.“ Pompeo habe Russland aufgefordert, sein „unkonstruktives Verhalten“ zu beenden und „sich anderen Nationen anzuschließen, darunter die überwältigende Mehrheit der Länder der westlichen Hemisphäre, die eine bessere Zukunft für das venezolanische Volk anstreben.“
Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza bezeichnete es als „Zynismus, dass ein Land wie die USA mit mehr als 800 Militärbasen in der Welt, einem beachtlichen Teil davon in Lateinamerika, und einem wachsenden Militärbudget von mehr als 700 Milliarden Dollar“, sich in die militärtechnischen Kooperationsprogramme zwischen Russland und Venezuela einmischen wolle. Für „Spannungen“ im Land sorge vielmehr die US-Regierung durch ihre „Drohungen mit Gewaltanwendung, die kriminelle Wirtschaftsblockade und die direkte Führung beim gescheiterten Putsch-Versuch“, so Arreaza.
Laut Medienberichten waren am Samstagnachmittag zwei Flugzeuge der russischen Luftwaffe auf dem internationalen Flughafen Simón Bolívar nahe der venezolanischen Hauptstadt Caracas eingetroffen. Es soll sich um eine Transportmaschine Antonov An-124 mit 35 Tonnen Fracht und einen Passagierjet Ilyushin Il-62 mit 99 Militärs unter Leitung des Stabschefs der Landstreitkräfte Russlands, Wassili Tonkoschkurow, handeln.
Ein Mitarbeiter der Botschaft von Russland in Caracas habe die Ankunft bestätigt, so die russische Nachrichtenagentur Sputnik. Damit würden vor Jahren unterzeichnete militärtechnische Abkommen erfüllt. Die Flüge hätten „nichts Geheimnisvolles“. Wie viele Militärangehörige eingetroffen sind oder welche Ausrüstung sie mitbrachten, dazu gab er keine Auskunft. Die Mutmaßungen über die Fracht reichen von mehreren Tonnen Medikamenten bis hin zu militärischer Ausrüstung.
Der aktuelle Anführer der radikalen venezolanischen Opposition und selbsternannte „Interimspräsident“ Guaidó äußerte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Niemand glaubt ihnen mehr. Sie sagen, dass die Streitkräfte die Souveränität verteidigen und bringen ausländische Soldaten herein“.
Im Dezember 2018 waren vier Militärflugzeuge und 100 Angehörige der Luftwaffe aus Russland in Venezuela eingetroffen. Unter den Maschinen befanden sich auch zwei strategische Schwenkflügel-Überschall-Bomber vom Typ TU-160. Die Regierung von Präsident Maduro sprach von gemeinsamen Übungen der Luftverteidigung, um die Interoperabilität der Luft- und Raumfahrtabwehrsysteme beider Länder zu erhöhen.
Venezuelas Regierung arbeitet mit Russland bereits seit 2006 auch auf militärischem Gebiet zusammen. Präsident Hugo Chávez hatte sich an Russland gewandt, nachdem die USA, mit deren Waffensystemen die Streitkräfte des Landes bis dahin ausgerüstet waren, ein Rüstungsembargo verhängt hatten. Dieses umfasste auch Ersatzteillieferungen. Seitdem unterhält Venezuela mit Russland Liefer-, Wartungs- und Ausbildungsverträge.
https://amerika21.de/2019/03/224173/usa-russland-venezuela-spannungen
US-Außenministerium und Mainstream außer sich: Zwei russische Militärflugzeuge landen in Venezuela
27.03.2019
US-Außenministerium und Mainstream außer sich: Zwei russische Militärflugzeuge landen in Venezuela Quelle: Reuters
Achtung der Russe kommt nach Caracas…mit einem Passagierflugzeug…
„Skandal!“ tönt es derzeit aus dem State Department und den Redaktionsräumen des Mainstreams. Ein russischer Militärtransporter und ein Passagierflugzeug haben es gewagt, in Caracas zu landen. Just das Land, welches weltweit 800 Militärbasen unterhält, spricht von „Eskalation“.
Die fortgesetzte Entsendung von russischem Militärpersonal zur Unterstützung des illegitimen Regimes von Nicolás Maduro in Venezuela birgt die Gefahr, das Leiden des venezolanischen Volkes zu verlängern, das den Interimspräsidenten Juan Guaidó mit überwältigender Mehrheit unterstützt“, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Palladino, im Namen von Außenminister Michael R. Pompeo.
Mehr zum Thema – „Wir werden Venezuela unterstützen“: Russland warnt USA vor militärischer Intervention
Weiter legte er dar, dass Pompeo in einem Telefonat mit Sergei Lawrow die Russische Föderation aufgefordert habe, ihr „unkonstruktives Verhalten“ zu beenden und „sich anderen Nationen anzuschließen, darunter die überwältigende Mehrheit der Länder der westlichen Hemisphäre, die eine bessere Zukunft für das venezolanische Volk anstreben“.
Welch ein Zynismus, dass ein Land wie die USA, mit mehr als 800 Militärbasen in der Welt, einem beachtlichen Teil davon in Lateinamerika, und einem wachsenden Militärbudget von mehr als 700 Milliarden Dollar, sich in die militärtechnischen Kooperationsprogramme zwischen Russland und Venezuela einmischen will.
Laut Berichten westlicher Nachrichtenagenturen waren am 23. März zwei Flugzeuge der Russischen Luftstreitkräfte auf dem internationalen Flughafen Simón Bolívar nahe der venezolanischen Hauptstadt Caracas eingetroffen. Es soll sich um eine Antonov-An-124-Transportmaschine und einen Passagierjet des Typs Il-62 mit 99 Militärs an Bord unter der Leitung des Stabschefs der Landstreitkräfte Russlands, Wassili Tonkoschkurow, handeln.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Sputnik soll ein Mitarbeiter der russischen Botschaft in Venezuela die Ankunft bestätigt haben. Hintergrund sei die planmäßige Erfüllung eines vor Jahren unterzeichneten militärtechnischen Abkommens zur Instandhaltung von Verteidigungsgütern. Bei BILD griff man gleich ganz tief in die Kiste der Verschwörungstheorien und verwies in der üblichen faktenbasierten Manier ohne weitere Quellenangaben auf in Syrien zusätzlich zugestiegene „PMC-Wagner-Söldner“.
„Russland entwickelt seine Beziehungen zu Venezuela in strikter Übereinstimmung mit der Verfassung dieses Landes und in voller Achtung seiner Gesetzgebung“, erklärte am Dienstag die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, und betonte:
Das bestehende Abkommen wurde sowohl von Russland als auch von Venezuela ratifiziert und bedarf daher keiner zusätzlichen Genehmigung durch die Nationalversammlung Venezuelas.
Bereits im Dezember 2018 waren vier Militärflugzeuge der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation in Venezuela eingetroffen, darunter auch zwei strategische Überschall-Bomber vom Typ TU-160. Die Regierung von Präsident Maduro verwies damals auf gemeinsame Übungen der Luftverteidigung, um die Interoperabilität der Luftabwehrsysteme beider Länder zu erhöhen.
Seit 2006 arbeitet Venezuelas Regierung und das Militär mit Russland auf militärischem Gebiet eng zusammen. Wie das Nachrichtenportal Amerika21 ausführt, hatte sich der damalige Präsident Hugo Chávez an Russland gewandt, nachdem die USA, mit deren Waffensystemen die Streitkräfte des Landes bis dahin überwiegend ausgerüstet waren, ein Waffenembargo gegen das südamerikanische Land verhängt hatten, welches auch Ersatzteillieferungen umfasste. Seitdem unterhält Venezuela mit Russland Liefer-, Wartungs- und Ausbildungsverträge für Militärgüter. Venezuela erwarb in den letzten zehn Jahren 24 Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su30-MK2, Kampfhubschrauber des Typs MI-17V5 und baute seine Flugabwehr mit dem Erwerb des russischen Systems S-300 aus.
Die russische Militärdelegation ist folglich auf Einladung der venezolanischen Regierung und zur Einhaltung der unterzeichneten Instandhaltungsverträge im Land. Man sollte angesichts der „Eskalations“-Rhetorik von Bolton den US-Außenminister nochmal auf den subtilen Unterschied zwischen militärischem Einmarsch und Besuch auf Basis einer Einladung hinweisen. Ersteres ist eher Grundpfeiler der US-Außenpolitik.
https://deutsch.rt.com/amerika/86391-us-aussenamt-und-mainstream-drehen/
Russland schickt zwei Bombenflugzeuge zu einem Freundschaftsbesuch nach Venezuela – und zieht sogleich den Zorn der USA auf sich. Außenminister Pompeo zieht auf Twitter gewaltig gegen Russland und Venezuela vom Leder, stellt sich damit aber letztlich selbst bloß.
von Andreas Richter
Russland hat zwei strategische Bomber vom Typ Tu-160 nach Venezuela geschickt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass diese und zwei weitere Flugzeuge am Montag in Maiqutía an der venezolanischen Karibikküste zu einem Freundschaftsbesuch gelandet seien. Nach Medienberichten sollen sie dort eine Reihe von Übungen abhalten.
Mike Pompeo, US-amerikanischer Außenminister und ehemaliger CIA-Chef, hat diese Entsendung scharf kritisiert. Auf Twitter schrieb er:
Russlands Regierung hat Bomber um die halbe Welt nach Venezuela geschickt. Das russische und das venezolanische Volk sollten darin das erkennen, was es ist: Zwei korrupte Regierungen verschleudern öffentliche Mittel und zermalmen die Freiheit, während ihre Völker leiden.
Das sind starke Worte, zumal für einen Chefdiplomaten, gleichermaßen arrogant, ignorant und scheinheilig. Beim Lesen kommen einem unweigerlich eine Reihe von Sprichwörtern in den Sinn.
Eines lautet „Quod licet Iovi, non licet bovi“, deutsch: „Was Jupiter darf, ist dem Ochsen nicht erlaubt“. Eine freiere Übersetzung lautet: „Was dem Herrn geziemt, geziemt noch lange nicht dem Knecht“. So scheint Pompeo zu denken. Russland sendet also Bombenflugzeuge um die halbe Welt. Sowas auch. Was tun die USA? In weitaus größerem Umfang? Und zwar nicht nur zu Freundschaftsbesuchen und auf Einladung der betreffenden Regierung? Eben.
Ein weiteres Sprichwort ist das bekannte: „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen“. Man kann immer über die Sinnhaftigkeit von Rüstungsausgaben und Militärübungen streiten. Klar sind aber zwei Punkte: Ohne funktionierendes Militär wären sowohl Russland als auch Venezuela mit einiger Wahrscheinlichkeit in den vergangenen Jahren Opfer einer wie auch immer gearteten externen Intervention geworden. Und die Militärhaushalte beider Länder nehmen sich neben dem Washingtons winzig aus. Übrigens: Meister aller Klassen im Verschleudern öffentlicher Mittel ist immer noch das Pentagon.
Ebenso bekannt ist das Zitat aus der Bergpredigt: „Warum siehst Du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ Tatsächlich leidet das venezolanische Volk, nur sollte man dabei nicht den Beitrag vergessen, den die USA mit ihrem ökonomischen Krieg gegen das Land leisten. Was bezweckt dieser Krieg, wenn nicht das „Zermalmen der Freiheit“ eines Volkes? Und womit befasst sich die CIA eigentlich, deren Chef Pompeo noch vor kurzem war?
Übrigens scheint es auch dem US-amerikanischen Volk nicht wirklich gut zu gehen. Sonst würde die Lebenserwartung weiter Teile der Bevölkerung nicht sinken, sonst hätte Pompeos Präsident sich vor zwei Jahren wohl kaum bei der Wahl gegen das fast geschlossene politische und mediale Establishment des Landes durchgesetzt.
Welches Sprichwort möchte man Pompeo nach seiner verunglückten Twitter-Attacke mit auf den Weg geben? Vielleicht: „Schuster, bleib bei deinem Leisten?“ Donald Trump jedenfalls twittert deutlich prägnanter und unterhaltsamer als sein Außenminister. Oder doch eher „Hochmut kommt vor dem Fall“? Egal.
Der Sprecher des russischen Präsidenten hat eine angemessene Antwort gefunden. Pompeos Äußerungen seien unangebracht, vor allem für ein Land, mit dessen „halben Verteidigungsetat ganz Afrika ernährt werden könnte“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Russian Presidential Spokesperson #Peskov replying to @SecPompeo remarks on Russian Tu-160 bombers arriving in Venezuela: We think it is an utterly inappropriate comment. It is worth noting that even half of the US military budget “would be enough to support all of Africa“
https://deutsch.rt.com/meinung/80895-balken-im-auge-mike-pompeo/