Ukraine sucht erfolglos nach Schwachstellen in russischer Verteidigung

20 Juni 2023

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Larry C. Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Ex-Direktor des Büros für Terrorismusbekämpfung des US-Außenministeriums,  erklärt in einem Video auf dem Youtube-Kanal Judging Freedom.

„Dies ist ein Fehlschlag, denn mehr als 10.000 ukrainische Soldaten wurden getötet, ohne die erste Verteidigungslinie passiert zu haben.“

Bei der gescheiterten ukrainischen Gegenoffensive habe es sich nicht um eine durchdachte Militärstrategie, sondern nur um einen politischen Schachzug des Kiewer Regimes und seiner westlichen Unterstützer gehandelt, so der Ex-CIA-Offizier. Und weiter:  

„Es war ein schreckliches, schreckliches Massaker an ukrainischen Streitkräften. Praktisch alle, die die USA sowie die NATO in den vergangenen drei Monaten ausgebildet hatten, sind wahrscheinlich tot.“

Das ukrainische Militär intensiviert seine Angriffe gleich an mehreren Frontabschnitten. Die heftigsten Kämpfe finden an der Grenze zwischen dem Gebiet Saporoschje und der DVR statt, gleichzeitig wird der Norden der LVR angegriffen.

Die ukrainische Offensive verlaufe langsam und werde mit Schwierigkeiten konfrontiert, schrieb die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine Ganna Maljar in ihrem Telegram-Kanal. An einigen Frontabschnitten, wie etwa Kupjansk und Krasny Liman, befinde sich das ukrainische Militär sogar in der Defensive, so Maljar. Die Vizeverteidigungsministerin führte aus:

„Es ist klar, dass Menschen wollen, dass es wie im Kino läuft – Montage, sehr schnell, das Kino fängt um 13:00 an, und nach einer Stunde zwanzig Minuten ist schon Schluss und klar, was passiert ist.

Es ist klar, dass es so im Leben nicht läuft und der Krieg eine ganz andere Situation ist. Wir werden allmählich vordringen, mit Schwierigkeiten und fanatischem Widerstand des Gegners konfrontiert werden.“

Maljar rief dazu auf, den Erfolg der Offensive nicht mit Kilometern oder besetzten Ortschaften zu messen, da es „viele Bewertungskriterien“ gebe. Gleichzeitig behauptete sie, dass „der Hauptschlag“ noch bevorstehe.

Ukraine sucht erfolglos nach Schwachstellen in russischer Verteidigung
Ukrainische Soldaten auf einem mit Balkenkreuzen bemalten Panzer (Symbolbild)

Von Jewgeni Posdnjakow und Ilja Abramow

Die Gegenoffensive des ukrainischen Militärs läuft seit über einer Woche. Gegenwärtig finden heftige Kämpfe gleich an mehreren Frontabschnitten statt. So bleibt die militärische Lage im Gebiet Saporoschje und den benachbarten Kreisen der DVR angespannt. Wie das russische Verteidigungsministerium berichtet, erleide das ukrainische Militär immer noch hohe Verluste bei seinen erfolglosen Versuchen, an den Frontabschnitten Süd-Donezk und Donezk vorzustoßen.

Der amtierende Gouverneur des Gebietes Saporoschje, Jewgeni Balizki, erklärte auf seinem Telegram-Kanal, dass es der Gegner in den vergangenen Tagen immer noch nicht geschafft habe, die Verteidigung in der Region zu durchbrechen. Ihm zufolge sei es dem ukrainischen Militär nicht gelungen, auch nur eine einzige strategisch wichtige Siedlung zu besetzen. Balizki fügte hinzu, dass im Falle der Fortsetzung derartiger Angriffe die russischen Streitkräfte in einem bis anderthalb Monaten die gegnerischen Kräfte „verdauen“ würden.

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Experten merkten an, dass das ukrainische Militär nicht zufällig gleich an mehreren Frontabschnitten aktiv geworden sei. Nach der Idee des ukrainischen Kommandos versuche es damit, die schwächste Stelle in der russischen Verteidigung zu finden, um anschließend dort die Reserven zu konzentrieren und den Hauptschlag zu führen. Dennoch seien die russischen Streitkräfte auf ein solches Szenario vorbereitet.

Frontabschnitt Saporoschje

„Die Aktionen des ukrainischen Militärs riefen bereits eine Verlandung des Stausees von Kachowka hervor. Es entsteht eine gefährliche Lage, die es dem ukrainischen Militär ermöglicht, schneller an diesem Abschnitt vorzustoßen. Der Wasserstand des Flusses Dnjepr verminderte sich beträchtlich. Dort, wo früher Wasser war, befinden sich heute einige hundert Meter Land“, sagte der Vorsitzende der Bewegung „Wir sind zusammen mit Russland“, Wladimir Rogow.

„Ich möchte anmerken, dass es auf diesem Territorium keine Sümpfe geben wird. Die südliche Sonne und der Steppenwind trocknen die Oberfläche schnell. Faktisch bleiben keine natürlichen Hindernisse für den Gegner. Darüber hinaus waren die Gewässer früher ziemlich stark vermint, und die russischen Streitkräfte hatten eine klare Karte, wo was liegt“, bemerkte er.

„Jetzt hat sich die Lage der Minen geändert. Für eine ukrainische Landung eröffnen sich viele relativ sichere Abschnitte. Dies erfordert neue Ingenieursarbeiten unsererseits. Die Risiken steigen: Selenskij muss den USA und der EU sichere Siege im Vorfeld des NATO-Gipfels vorweisen. Was ihn dazu zwingen könnte, das Atomkraftwerk von Saporoschje anzugreifen“, betonte der Experte.

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„Der Gegner bringt neue Verbände in den Kampf. Natürlich tun sie es punktuell, in kleinen Gruppen. Eine solche Taktik soll die Effektivität der russischen Luftangriffe vermindern. Eine große Menge an Technik wurde eingesetzt. Ich sollte anmerken, dass das ukrainische Militär sein Personal ohne Gnade nutzt: Sie schicken Menschen über Tiefebenen, die relativ leicht von unseren Streitkräften angegriffen werden können“, betonte er.

„Deswegen sind die Verluste der Ukraine sowohl an Technik als auch an Personal ziemlich hoch. Die Kämpfe dauern pausenlos an und laufen faktisch seit mehreren Tagen. Die Lage ist schwierig, doch die russischen Streitkräfte halten sie weiterhin unter Kontrolle“, so Rogow.

Frontabschnitt Donezk

„An den Frontabschnitten im Donbass setzt das ukrainische Militär relativ viel Technik und Personal ein. Es gibt Versuche, zum Gegenangriff zu übergehen, doch bisher hatte der Gegner keinen großen Erfolg damit. Das ukrainische Militär schaffte es nicht einmal durch die erste russische Verteidigungslinie“, fügte der Parlamentsabgeordnete der DVR Wladislaw Berditschewski hinzu.

„Als Siege versucht Selenskijs Regierung die Einnahme von Orten darzustellen, die sich in der Grauzone befinden. Dies ist charakteristisch für Nowobachmutowka.“, betonte er.

„Wir versuchen, sie zurückzuschlagen. Ich denke, bald wird der Gegner vollständig zurückgedrängt sein. Eine ähnliche Lage ist in Ugledar zu beobachten. Das ukrainische Militär besetzt Hochhäuser und richtet dort Feuernester ein. Entsprechend schwierig ist es für die russischen Streitkräfte, an ihre Positionen heranzukommen. An den Flanken von Artjomowsk versucht der Gegner, über die Wälder zu kommen. Wir können seine Pläne vereiteln“, erklärte Berditschewski.

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 „Wir vernichten alle deutschen und US-amerikanischen Maschinen, die in unser Blickfeld gelangen. Insgesamt ist die Lage für den Gegner viel schwieriger, als ihr Kommando es erwartet hätte. Dennoch ist es jetzt für uns wichtig, uns auf den eigenen Vormarsch vorzubereiten“, betonte Berditschewski.

Der nördliche Frontabschnitt

„Die Lage am Frontabschnitt bei Swatowo und Kremennaja ist stabil angespannt. Jetzt finden dort gegnerische Ausfälle statt und die Artillerieduelle dauern an. Dieser Frontabschnitt kann vom Gegner als alternative Variante für den Hauptschlag genutzt werden“, sagt der Ex-Botschafter der LVR in Russland, Rodion Miroschnik.

„Dennoch wird das ukrainische Militär gezwungen sein, wegen hoher Verluste die eigenen Kräfte in diejenigen Gebiete zu verlegen, wo die Kämpfe schwerer sind“, betonte der Experte.

Kommissarischer Chef des Gebiets Cherson: Ukrainische Streitkräfte beschießen Notunterkünfte

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„Obwohl der Großteil der LVR schon befreit ist, besteht im Nordwesten der Republik immer noch eine ziemlich schwierige humanitäre Lage. Die Rede ist vom Ballungsraum Sewerodonezk – Lissitschansk – Rubeschnoje und der Linie Kremennaja – Swatowo. Das Leben in diesen Gebieten ist recht schwer, denn sie werden regelmäßig vom ukrainischen Militär beschossen. Außerdem stören Artillerieangriffe die Wiederaufbauarbeiten“, bemerkte er.

Allgemeiner Plan der Ukraine

Das ukrainische Militär handelt nach den alten Regeln der Kriegsführung. Sie verstreuen die eigenen Kräfte entlang der gesamten Frontlinie, um Schwachstellen in der russischen Verteidigung aufzuspüren. Dies wird getan, um die problematischsten Abschnitte zu finden, gegen diese einen Entscheidungsschlag zu führen und alle Befestigungen zu zerstören. Sie suchen die Richtung für einen solchen Hauptschlag“, erklärte der Militärexperte Alexei Leonkow.

„Gerade deswegen greift der Gegner mit relativ kleinen Verbänden an. Für das ukrainische Militär ist es sehr wichtig, eine ansehnliche Reserve zu bewahren, die zum Beginn des Durchbruchs eingesetzt werden soll. Dennoch geling es ihnen gegenwärtig nicht, die nötigen Breschen zu finden. Deswegen sind sie gezwungen, bereits aufgestellte Brigaden aus dem Hinterland zu verlegen“, bemerkte der Experte.

„Somit besteht Russlands Aufgabe momentan darin, die Angriffsverbände des Gegners zu schleifen. Sie werden so lange in Wellen angreifen, bis sie an irgendeinem Frontabschnitt erfolgreich sind. Wenn wir sie an der Verwirklichung ihrer Pläne hindern, geling es den russischen Streitkräften bis zu 50 Prozent der ukrainischen Reservern ‚zu schleifen'“, betonte er.

„Mehr Reserven werden sie nicht in den Kampf schicken, das werden ihnen die US-Amerikaner nicht erlauben. Wenn die Verluste kritisch werden, wird der Gegner voraussichtlich auf weitere Durchbruchspläne verzichten und zur Organisation der aktiven Verteidigung übergehen. Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass die Truppenübungsplätze der NATO nicht leer stehen – just in diesem Moment trainieren dort neue Kämpfer, die in jedem Fall an den Kämpfen teilnehmen werden“, resümierte Leonkow.

Übersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei Wsgljad.

Ernüchterung im Westen: US-Medien loben russische Verteidigung

https://de.rt.com/international/173073-ukraine-sucht-erfolglos-nach-schwachstellen/

Das Scheitern westlicher Panzer in der Ukraine – ein systemisches Problem

20 Juni 2023

Die mangelhafte Leistung westlicher Panzer in der Ukraine hat wenig mit ihren technischen Daten zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein grundsätzliches Problem des ukrainischen Militärs, an dem auch weitere Waffenlieferungen des Westens nichts ändern werden.

Das Scheitern westlicher Panzer in der Ukraine – ein systemisches Problem
Zerstörte Panzer der Typen Leopard und Bradley in der Ukraine

Eine Analyse von @Panzwaffle

Das Thema der Überlegenheit der westlichen Waffen über sowjetische und russische war für den russisch-ukrainischen Konflikt noch vor 2022 typisch gewesen. Im Rahmen der Vorbereitung der Offensive wurde es zu einem der Schlüsselthemen für ukrainische und westliche Propaganda.

Presse und Experten verglichen die Leistungsdaten der Waffen und kamen einstimmig zum Schluss, dass die Russen keine Chance hätten. Brillant ausgebildete ukrainische Soldaten würden in großartigen und hochtechnologischen Panzern Leopard 2 und M2 Bradley alle Verteidigungslinien mit Leichtigkeit durchbrechen und zu den Grenzen von 1991 vorstoßen.

Zwei Wochen der Offensive brachten mehr als bescheidene Ergebnisse. Die westliche Technik, inklusive Panzer, spielte keine entscheidende Rolle.

Dies bedeutet freilich nicht, dass westliche Panzer oder irgendwelche konkreten Modelle schlecht sind. Anstelle des Leopards könnten Challenger 2, M1 Abrams, AMX-56 Leclerc oder ein beliebiger anderer Panzer eingesetzt werden. Das Ergebnis wäre genauso katastrophal.

Warum?

Alle Waffenarten, darunter Panzer, existieren im Rahmen eines Systems.

Im Normalfall umfasst ein System viele Elemente: Doktrin, Struktur der Streitkräfte, Kapazitäten der Rüstungsindustrie, System der Personalausbildung, Wartung und Reparatur von Technik und viel mehr.

"Sogar besser als Sex" – Auf Jagd nach deutschen Leopard-Panzern im Lada

„Sogar besser als Sex“ – Auf Jagd nach deutschen Leopard-Panzern im Lada

Gerade dieses System entscheidet, welche Aufgaben es zu lösen hat, welche Instrumente es dafür braucht, und stellt schließlich Anforderungen an Militärtechnik.

Dabei sind komplexe Systeme gar nicht statisch und können sich unter dem Einfluss diverser Faktoren wandeln. Betrachtet man den konkreten Fall des ukrainischen Systems, befindet es sich seit über einem Jahr im Verfall und weist keine Anzeichen einer Besserung auf.

Gegenwärtig stellt es eine Ansammlung von Elementen dar, von denen Teile nach außerhalb der Grenzen der Ukraine ausgelagert ist, Teile zerstört sind und Teile schlicht nicht existieren. Dabei können diese Elemente nicht nur nicht miteinander arbeiten, sondern sogar im Konflikt stehen.

An dieser Stelle ein Beispiel. Noch im Herbst klagten ukrainische Reparaturspezialisten, dass kein einheitliches System zur Erfassung von Ersatzteilen existiert. Damit etwa eine Einheit einen Schützenpanzer reparieren konnte, musste sie alle Kollegen anrufen und einen Kurier schicken, um das fehlende Detail abzuholen. Dabei waren die Kollegen nicht immer bereit, zu teilen, denn auch bei ihnen gab es ein Defizit, was ganz normal ist, wenn es im Land keine Militärproduktion gibt. Sind massenhafte militärische Reparaturen unter solchen Bedingungen vorstellbar? Sicher nicht.

Was bleibt am Schluss?

Mit Ausnahme momentaner Kompensation von Verlusten löst die Übergabe westlicher Waffen keine Probleme des ukrainischen Militärsystems, sondern verstärkt nur vorhandene.

Neue Waffenarten und -modelle setzen das System immer stärker unter Druck. Statt gewohnter zwei bis drei Modellen von Panzern müssen inzwischen sechs und künftig ganze acht instandgehalten werden, ganz zu schweigen von Einzelexemplaren und Modifikationen.

Somit findet sich die vom Westen gelieferte Technik innerhalb eines schlecht funktionierenden Militärsystems wieder, das all ihre Vorteile zunichtemacht. Das bedeutet, dass das Ergebnis stabil negativ ausfallen wird, solange das System existiert.

Übersetzt aus dem Russischen.

Der anonyme Autor (oder das Autorenkollektiv) veröffentlicht im Telegram-Kanal Panzwaffle eigene Kommentare sowie die Kommentare Dritter zu militärischen Belangen nebst themenbezogenem Bild- und Videomaterial und wird als Militärexperte auch von russischen Medien (neben RT auch von der Nachrichtenagentur RIAFAN) zitiert und veröffentlicht.

Was russische Ingenieure von erbeuteten „Leoparden“ lernen werden

https://de.rt.com/international/173076-das-scheitern-westlicher-panzer-in-der-ukraine-ein-systemisches-problem/

Ein Kommentar zu „Ukraine sucht erfolglos nach Schwachstellen in russischer Verteidigung

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