25. August 2023 Egon W. Kreutzer

Es gibt die Staaten der EU.
Die haben alle ihre Parlamente, ihre Verfassungen und ein darauf gegründetes Rechtssystem.
An die Beschlüsse der Parlamente, die Verfassungen und das geltende Recht haben sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zu halten.
Gut. „Haben“ ist falsch.
„Hatten“, bzw. „hätten“, bringt den Status quo besser zum Ausdruck.
Weil es für Regierungen ausgesprochen lästig sein kann, sich an Verfassungsrecht und Parlamentsbeschlüsse zu halten, und weil dabei stets die Gefahr besteht, dass „Volkeswille“ in einem Maße zur Umsetzung gelangen müsste, das ein zügiges, ungebremstes Durchregieren zumindest erschwert, hat man einen Club gegründet, in dem man sich abspricht, um Regeln schaffen zu können, mit denen letztlich die Parlamente entmachtet, die Verfassungen missachtet und das geltende Recht an den Parlamenten vorbei zurechtgebogen werden kann.
Dieser Club, man könnte auch von einem Kartell sprechen, nennt sich „Europäischer Rat“. Da treffen sie sich, setzen sich zusammen, und hecken aus, was den Bürgern ihrer Nationalstaaten als nächstes zugemutet werden soll. Natürlich sind nicht immer alle einer Meinung. Vor allem Polen und Ungarn versuchen immer wieder, ihr Veto einzulegen, aber das spielt praktisch keine Rolle. Beide verzichten am Ende dann doch lieber wieder auf die Eigentständigkeit als auf das Geld, das die EU für Wohlverhalten ausschüttet, und im Zweifelsfall droht ein Vertragsverletzungverfahren, das natürlich nicht der Rat anstrengt.
Denn dieser erlauchte Club der Staats- und Regierungschefs, der in seiner Geschlossenheit allmächtig ist, wie ein König oder Kaiser von Gottes Gnaden, ist viel zu abgehoben, um sich in den Niederungen der Administration selbst die Hände zu besudeln.

Seid wann duzen wir uns?

Wer braucht euch und eure ungewoehnlichen Aktivitaeten eigentlich noch?
