Drohnenangriffe auf Pskow sind der Versuch, Krieg zwischen Russland und der NATO zu provozieren

Russlands Militär nahm seit Jahresbeginn 280.000 neue Soldaten unter Vertrag

Dmitri Medwedew hält in Juschno-Sachalinsk eine Rede anlässlich des 78. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, 3. September 2023.SERGEI KRASNOUCHOW / Sputnik

Bei einer Beratung in der fernöstlichen Stadt Juschno-Sachalinsk am Sonntag hat Dmitri Medwedew, Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates, die Bedeutung der Nachkomplettierung der russischen Streitkräfte mit Personal hervorgehoben. Zu diesem Zweck treffe er sich mit den Leitern der russischen Regionen persönlich.

Dabei führte der Ex-Präsident einige Statistiken des Verteidigungsministeriums in Moskau an: Demnach hätten sich seit dem 1. Januar 2023 ungefähr 280.000 Menschen auf Vertragsbasis für den Dienst in Russlands Streitkräften verpflichtet. Medwedew präzisierte, dass es sich bei ihnen sowohl um frühere Reservisten als auch um Freiwillige handele.

Im vorigen Jahr hatte Russland einen Plan zur Aufstockung seiner Streitkräfte auf 1,5 Millionen Angehörige angekündigt.

 Russlands Sarmat kann eine Fläche größer als Texas oder Frankreich verwüsten

Archivbild: Start der ballistischen Interkontinentalrakete Sarmat vom Raumfahrtzentrum Plesezk.RIA Nowosti / Sputnik

Russland hat dank der Einführung des neuen Raketensystems Sarmat das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten deutlich übertroffen, so das US-Magazin Military Watch. In einem Bericht zum russischen Raketensystem wird betont:

„Die Aktivierung der Sarmat-Einheit hat die Kluft zwischen Russland und den Vereinigten Staaten hinsichtlich der Fähigkeiten ihrer bodengestützten strategischen Raketen weiter vergrößert, wobei das US-ICBM-Arsenal bei Weitem das älteste und am wenigsten fortschrittliche der Welt ist und aus Minuteman-III-Raketen aus den 1970er-Jahren besteht, die nur relativ wenige Aktualisierungen ihrer Fähigkeiten erfahren haben. Die Aktivierung der Sarmat-Einheit erfolgte in einer Zeit, in der innerhalb der westlichen Welt die Warnungen zunahmen, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen der NATO und Russland zu einem offeneren Konflikt führen könnte, da das westliche Bündnis sein militärisches Engagement im russisch-ukrainischen Krieg weiter verstärkte – von der Entsendung aktiver Kampfeinheiten an die Front bis hin zur Bereitstellung des Zugangs zu seinem umfangreichen Satellitennetz. Die Sarmat hat eine Reichweite von 18.000 Kilometern und trägt bis zu 15 mehrfach unabhängige Wiedereintrittskörper, während das Jars-System nur vier bis sechs Sprengköpfe trägt und eine viel geringere Reichweite hat, was die Flugbahnen, auf denen es sich dem US-Festland nähern kann, begrenzt. Eine einzige Sarmat ist in der Lage, ein Gebiet von der Größe Frankreichs oder Texas‘ zu zerstören.“

Die Sarmat ist mit über 208 Tonnen die schwerste Interkontinentalrakete der Welt, so das Military Watch Magazine weiter.

https://www.youtube.com/watch?v=IaWqdcMd7Vc

https://www.youtube.com/watch?v=IaWqdcMd7Vc

Hilfen in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar erhalten

Wie der Verteidigungsminister der Ukraine, Aleksei Reznikow, in einem Interview mit den ukrainischen Massenmedien erklärte, hat Kiew seit dem 24. Februar 2022, also seit dem Ausbruch des russisch-ukrainischen Konflikts, von seinen Verbündeten Hilfen in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar erhalten. Er gab auch an, dass über 50 Milliarden US-Dollar von den Vereinigten Staaten bereitgestellt wurden, wobei sich diese Zahl der 60-Milliarden-Dollar-Marke nähere, und betonte:

„Wir haben an Geld Waffen und Ausrüstung verschiedener Art, Munition, Granaten und Kugeln erhalten, ich denke an die 100 Milliarden.“

Der entscheidende Faktor für den militärischen Erfolg

Die Einschätzung vom ehemaligen britischen General Richard Barrons, der in den Jahren 2013 bis 2016 das britische Streitkräftekommando leitete. In seinem Artikel für die Zeitung Financial Times merkt er an:

„Der entscheidende Faktor für den militärischen Erfolg ist die Rüstungsindustrie des Westens und der Ukraine. Es könnte mehr aus den Lagerbeständen geliefert werden, aber die Kampagne der Ukraine hängt jetzt davon ab, wie die Verbündeten ihre Verteidigungsindustrie ausbauen.

Die Munition aus den kürzlich erweiterten Produktionslinien wird bis mindestens Mitte des Jahres 2024 in ausreichenden Mengen verfügbar sein.“

Gegenoffensive der Ukraine endet bis Ende September

Die ukrainischen Truppen haben ihr militärisches Potenzial weitgehend ausgeschöpft, kaum dass sie das Dorf Rabotino im Gebiet Saporoschje erreicht haben. Es ist unwahrscheinlich, dass Kiew die Ressourcen hat, um noch weiter vorzurücken und seine Flanken gegen die russischen Gegenangriffe zu halten. Diese Meinung äußerte der ehemalige US-Militäroffizier Daniel Davis in einem Artikel für das Portal 19FortyFive. Er betonte:

„Aufgrund der hohen Opferzahlen und der bevorstehenden Regenzeit wird die ukrainische Offensive wahrscheinlich vor Ende September abgeschlossen sein.

Das Endergebnis der ukrainischen Großoffensive sind minimale Gewinne in einigen Gebieten.

Aus strategischer Sicht bleibt die tausend Kilometer lange Kontaktlinie praktisch dieselbe wie zu Beginn des Jahres 2023.“

Davis vermutet, dass die Ukraine am Ende ihrer Kräfte sein könnte. Möglicherweise muss sie bald wieder in die Defensive gehen, um ihre Territorien zu behalten.

Nach dem Scheitern der Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte

… sollte der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij versuchen, die Front so schnell wie möglich zu stabilisieren und die heftigen Kämpfe zu beenden, heißt es in einem Artikel auf der Website der Asia Times. Ein Versuch, die Front zu stabilisieren, würde ihm die Möglichkeit geben, neue Kräfte zu mobilisieren, neue Rekruten auszubilden und die Truppen wieder aufzurüsten. Bislang sei es Kiew nicht gelungen, seine erklärten Ziele bei der Gegenoffensive zu erreichen, schreibt die Asia Times und betont:

„Inzwischen haben die Ukrainer viele Panzerfahrzeuge verloren und schwere Verluste erlitten. Viele der besten Einheiten der Ukraine wurden vernichtet.“

Gleichzeitig gehe die Eskalation von Washington aus weiter, sodass es schwierig sei, vorherzusagen, was in den kommenden Wochen geschehen werde, so das Medium.

Durchbruch für Kiew nicht erreichbar ‒ Truppen verzeichnen erhebliche Verluste

Alle Pläne Selenskijs zur Krim sind völlig realitätsfern und seine Äußerungen stützen sich eher auf Hoffnungen als auf ein konkretes Szenario, so das italienische Nachrichtenportal Il Sussidiario. In dem Artikel über die Aussichten der ukrainischen Gegenoffensive und darüber, ob die Pläne Kiews, die Krim zu erreichen, realistisch sind, heißt es:

„Die Situation, von der Selenskij spricht, ist absolut unrealistisch: Die Ukrainer sind nicht in der Lage, die russischen Linien zu durchbrechen und die Gebiete nördlich der Krim zurückzuerobern. Der ukrainische Präsident macht eine hypothetische Annahme über die Zukunft, die er sich erhofft, die aber überhaupt nicht nahe ist. Kiew spricht von einem Durchbruch der russischen Frontlinie, aber die Kämpfe um Rabotino gehen genauso weiter wie am 4. Juni. Die Schlachten werden an der ersten Verteidigungslinie ausgetragen, offenbar mit entsetzlichen Verlusten auf ukrainischer Seite, aber dahinter gibt es noch zwei weitere.“

Gleichzeitig haben die Ukrainer die Frequenz der Drohnenangriffe auf russisches Gebiet erhöht, so das Portal. Mit den Drohnenangriffen werden zwei Ziele verfolgt.

Zum einen sollen sich die Russen angreifbar fühlen, und zum anderen soll Moskau zu einer Eskalation des Konflikts provoziert werden, was zu einem Eingreifen der NATO führen würde, betont Il Sussidiario. Schließlich besteht die einzige Hoffnung der Ukraine auf einen Sieg in der Beteiligung des NATO-Bündnisses am Militäreinsatz, und Kiew ist sich dessen sehr wohl bewusst.

https://de.rt.com/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

Versuche, Krieg zwischen Russland und der NATO zu provozieren

3 Sep. 2023

Die Bedeutung der ruhigen und besonnenen Reaktion Russlands auf die jüngsten Drohnenangriffe auf Pskow kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn nur durch diese reife Reaktion geriet der Konflikt nicht außer Kontrolle, wie es die liberalen Globalisten aus den USA, Kiew, den baltischen Staaten und Polen erwartet hatten.

Drohnenangriffe auf Pskow sind der Versuch, Krieg zwischen Russland und der NATO zu provozieren

Von Andrew Korybko

Die nordwestrussische Stadt Pskow wurde in dieser Woche zweimal von Drohnen angegriffen. Beim ersten Vorfall wurde Berichten zufolge ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Il-76 beschädigt, wie Sputnik unter Berufung auf das regionale Hauptquartier des Ministeriums für Notfallsituationen berichtet, während der zweite Angriff außerhalb der Stadt gestoppt wurde. Die Nähe Pskows zu den NATO-Mitgliedern Estland und Lettland gab Anlass zu Spekulationen, dass die Angriffe von diesem antirussischen Block ausgingen.

Drohnenangriffe auf Russland: Mehrere Transportflugzeuge nahe NATO-Ostgrenze beschädigt

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte am Mittwoch: „Es ist auch klar, dass ukrainische Drohnen eine solche Entfernung nicht ohne eine sorgfältig geplante Route zurücklegen könnten, die auf Informationen westlicher Satelliten beruht.“ Das deute darauf hin, dass sie von der Ukraine und nicht von den baltischen Staaten aus gestartet wurden. Einen Tag später sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass die „Routen [der Drohnenangriffe] geklärt werden, die Art und Weise, wie dies geschehen ist, wird analysiert“. Wie man sieht, hat keiner der beiden Offiziellen voreilige Schlüsse daraus gezogen.

In jedem Fall sind die beiden Drohnenangriffe auf Pskow sehr gefährlich, gerade weil sie möglicherweise von NATO-Gebiet aus gestartet wurden. Wenn dies der Fall ist, stellt dies eine beispiellose Eskalation des StellvertreterKrieges zwischen der NATO und Russland dar und birgt die Gefahr, dass sich der indirekte Konflikt in der Ukraine zu einem heißen Krieg zwischen den beiden Staaten ausweiten wird. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass diese vom Baltikum ausgehenden antirussischen Drohnenangriffe von nicht staatlichen Akteuren zu diesem Zweck durchgeführt wurden.

Sollte an einem der beiden Szenarien etwas Wahres dran sein – wofür es auf russischer Seite allerdings noch keine Beweise gibt -, dann bedeutet dies, dass Moskau ein heiliges Maß an Geduld an den Tag legt, indem es nicht auf Gegenseitigkeit oder asymmetrische Weise reagiert. Obwohl dieser Ansatz darauf abzielt, einen größeren Krieg zu vermeiden, der das Ende der Welt bedeuten könnte, könnten „Weltuntergangs“-Verschwörungstheoretiker wie die Anhänger von Igor Girkin behaupten, der Kreml habe sich entweder an den Westen „verkauft“ oder sei „zu schwach“, um sich ihm entgegenzustellen.

Russische Armee versenkt ukrainische Schnellboote im Schwarzen Meer

Russische Armee versenkt ukrainische Schnellboote im Schwarzen Meer

Andererseits könnte es sehr gut möglich sein, dass diese Angriffe von der Ukraine aus mithilfe westlicher Satelliten gestartet wurden, genau wie von Sacharowa behauptet. In diesem Fall handelte es sich immer noch um eine gefährliche Eskalation, aber weniger als die bereits erwähnte Möglichkeit, dass diese Drohnen aus den baltischen Staaten kamen. Unabhängig davon, welcher Version der Ereignisse man folgt, handelt es sich in beiden Fällen um zwei Drohnenangriffe auf Pskow in der vergangenen Woche, was aufgrund der Nähe der Stadt zum Territorium der NATO sehr beunruhigend ist.

Die vorangegangene Beobachtung deutet daher stark darauf hin, dass Pskow aus psychologischen Gründen angegriffen wurde, auf die nun eingegangen werden soll. Die New York Times berichtete Ende August, dass „die Drohnenangriffe der Ukraine gegen Russland eine Botschaft an die eigene Bevölkerung sind„, um die Moral zu stärken, indem sie zeigt, dass sie zurückschlagen kann. Daraufhin behauptete The Economist: „Die Schlagzeilen machenden Angriffe auf Moskau sollen eine psychologische Wirkung entfalten und den gewöhnlichen Russen die Realität des Krieges näher bringen.“

Die jüngsten Angriffe auf Pskow dienten dazu, diese psychologischen Ziele voranzutreiben, aber es sind noch zwei weitere im Spiel, die sie zu erreichen versuchten. Mit den Angriffen auf diese an die NATO angrenzende Stadt wollten die USA und die Ukraine auch Russland in den Augen seiner sogenannten „Turbo-Patrioten“ diskreditieren, indem sie deren Wahrnehmung in die Richtung manipulierten, die zuvor in Bezug auf die von Girkin beeinflussten Narrative beschrieben wurde. Zusätzlich, aber weit weniger Erfolg versprechend, könnten sie auch eine Überreaktion Russlands provozieren wollen.

Was den ersten dieser zusätzlichen psychologischen Gründe anbelangt, so ist selbsterklärend, warum Russlands Feinde die bereits bestehenden Differenzen zwischen einem immer lauter werdenden Teil der Gesellschaft und dem Staat von außen verschärfen wollen. Was den zweiten Grund anbelangt, so würde er vorhersehbarerweise als „unprovozierte Aggression gegen die NATO“ dargestellt werden, was wiederum eine Rechtfertigung dafür wäre, dass der Block die Situation weiter eskaliert und/oder die Wiederaufnahme der Friedensgespräche verzögert.

Die oben genannten Beweggründe sind nicht ausschließlich die der USA oder der Ukraine, genauer gesagt, die Beweggründe der liberalglobalistischen politischen Fraktion in den USA, die der Eindämmung Russlands Vorrang vor der Chinas einräumt und heute mit ihren pragmatischen Rivalen um die Beibehaltung des Kurses konkurriertAuch Polen und die baltischen Staaten wollen den Stellvertreter-Krieg zwischen der NATO und Russland aus ideologischen Gründen eskalieren lassen, die mit der tief verwurzelten Russophobie ihrer Führungen zusammenhängen, und auch um die Friedensgespräche zu sabotieren.

Europa droht nukleare Katastrophe durch ukrainischen Terrorismus

Analyse

Europa droht nukleare Katastrophe durch ukrainischen Terrorismus

Während sich der Konflikt auf die scheinbar unvermeidliche Wiederaufnahme dieser Gespräche bis zum Jahresende oder irgendwann Anfang nächsten Jahres nach dem Scheitern der Kiewer Gegenoffensive und den daraus resultierenden US-ukrainischen Schuldzuweisungen zubewegt, befürchten diese vier Länder, dass sie im Stich gelassen und möglicherweise „verkauft“ werden. Es spielt keine Rolle, ob man ihrer Sichtweise zustimmt oder nicht, denn wichtig ist nur, dass dies das Paradigma ist, unter dem sie ihre Politik gegenüber diesem Stellvertreter-Krieg formulieren.

Vor diesem Hintergrund ist nicht auszuschließen, dass zumindest einige der Drohnen von den baltischen Staaten aus gestartet wurden, sei es einseitig von ihren eigenen Streitkräften ohne Zustimmung der USA, in Absprache mit der subversiven liberal-globalistischen Fraktion der USA, oder von staatlich orientierten, aber formal nichtstaatlichen Akteuren. Sie alle wollen den Weg zum Frieden erschweren, indem sie eine Eskalation des Stellvertreter-Krieges provozieren, selbst wenn dies zu einem heißen Krieg zwischen der NATO und Russland führt. Aber sie werden keinen Erfolg haben, solange Moskau nicht anbeißt.

Die Bedeutung der ruhigen und besonnenen Reaktion Russlands auf die jüngsten Drohnenangriffe auf Pskow kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn nur durch diese reife Reaktion geriet der Konflikt nicht außer Kontrolle, wie es die liberalen Globalisten der USA, Kiews, der baltischen Staaten und Polens erwartet hatten. Die genaue Wahrheit über die Geschehnisse wird vielleicht nie ganz ans Licht kommen, aber dennoch sollte jeder anerkennen, dass die Dynamik des Stellvertreter-Krieges vergleichsweise stabil bleibt und sich auf dem Weg zum Frieden befindet.

Aus dem Englischen.

Mehr zum Thema – Selenskijs jüngstes TV-Interview zeigt, wie sehr sich die Dynamik des Konflikts verschoben hat

https://de.rt.com/europa/179615-drohnenangriffe-auf-pskow-sind-versuch/

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