24 Mai 2024 18:43 Uhr
Die BRICS-Staaten wollen der Vorherrschaft des US-Dollars auf den Weltmärkten ein Ende setzen.
Iran und Russland arbeiten nun zusammen, um für den Block BRICS eine gemeinsame Währung zu etablieren, sagte der iranische Botschafter in Russland.

Im Vorfeld des BRICS-Gipfeltreffens im kommenden Oktober in Kasan wird wieder verstärkt auch über die Einführung einer eigenen Währung gesprochen. Das BRICS-Neumitglied Iran will die Abkehr vom US-Dollar seit seiner Aufnahme in die Staatengruppe sogar noch schneller vorantreiben als bisher geplant.
Iran und Russland arbeiten Berichten zufolge zusammen, um für den geostrategischen Block der BRICS eine gemeinsame Währung zu etablieren, sagte Kazem Jalali, der iranischen Botschafter in Russland. Konkretere Details würden „bald“ präsentiert werden, kündigte der iranische Chefdiplomat in Russland an. Die politische Führung in Iran beabsichtige – ähnlich wie der russische Präsident Wladimir Putin – der Vorherrschaft des US-Dollars auf den Weltmärkten „ein Ende zu setzen“.

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Jalali erinnerte daran, dass die USA den US-Dollar auch benutzen, um Sanktionen zu verhängen, was zur verstärkten Nutzung nationaler Währungen bei gegenseitigen Abrechnungen als Gegenmaßnahme motiviere. „Mehr als 60 Prozent des bilateralen Handels erfolgen in Rubel und Rial“, berichtete Jalali.
Unter den BRICS-Mitgliedern wird schon seit einigen Jahren über das Einführen einer alternativen Währung diskutiert. Dafür soll es sogar schon Namensvorschläge geben:
R5 oder R5+, denn die Bezeichnungen der Landeswährungen der „alten“ BRICS-Staaten beginnen allesamt mit dem Buchstaben R: Real in Brasilien, Renminbi Yuan in China, Rupie in Indien, Rubel in Russland und Rand in Südafrika.
2024 erfolgte eine Erweiterung um Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate, weshalb die Gruppe nun auch als BRICS-Plus bezeichnet wird.
Iran hat sich bereits konsequent für die Schaffung einer gemeinsamen BRICS-Währung eingesetzt. Bei einem BRICS-Treffen im Januar sprach sich die Delegation aus Teheran für eine einheitliche Währung aus, während sich Russland und China auf bilaterale Abrechnungen in den jeweiligen Landeswährungen konzentrierten. Viele Beobachter glauben, dass eine gemeinsame BRICS-Währung die Dominanz des US-Dollars noch weitergehend gefährden könnte. Die Diskussion über eine gemeinsame BRICS-Währung war vor dem BRICS-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs im August des letzten Jahres stark ausgeprägt, hat seitdem jedoch nachgelassen.
Iran und Russland sind die beiden derzeit am stärksten sanktionierten BRICS-Länder, die aufgrund von verschiedenen Sanktionspaketen somit keinen Zugang zu westlichen Zahlungssystemen haben. In Moskau und Teheran wurden deshalb in den vergangenen Monaten die jeweils eigene Zahlungssysteme „Mir“ und „Shetab“ immer stärker miteinander verknüpft.
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https://de.rt.com/international/206890-entdollarisierung-russland-und-iran-arbeiten/
Weiterer Schritt zur Dedollarisierung – China verkauft Rekordmenge an US-Anleihen
24 Mai 2024
China hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres US-amerikanische Anleihen im Gesamtwert von 53,3 Milliarden US-Dollar verkauft. Dies ist ein historischer Höchstwert. Peking diversifiziert damit seine Staatsreserven und mindert die Abhängigkeit vom US-Dollar.

Im ersten Jahresquartal hat China im Rahmen einer Diversifizierung seines Vermögens eine Rekordmenge an staatlichen und Agency-Anleihen aus den USA verkauft.
Nach Zählungen des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg angeführt werden, verkaufte Peking zwischen Januar und März des laufenden Jahres Anleihen im Gesamtwert von 53,3 Milliarden US-Dollar, was einen historischen Höchstwert darstellt. Belgien, das oft als Verwahrer des chinesischen Vermögens gilt, verkaufte im gleichen Zeitraum Anleihen im Wert von 22 Milliarden US-Dollar. Bloombergs Finanzexperte Stephen Chiu sprach von einer „klaren Intention, vom US-Dollar weg zu diversifizieren“.

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Peking hatte begonnen, US-Staatsanleihen in großem Umfang zu erwerben, nachdem in den 2000er-Jahren ein großer Überschuss im Handel zwischen China und den USA entstanden war. Bis zum Jahr 2008 wurde die Volksrepublik nach Japan zum zweitgrößten Halter von US-amerikanischen Staatsanleihen und nahm nach der Weltwirtschaftskrise für zehn Jahre den ersten Platz ein.
Aufgrund der zunehmenden Wirtschaftskonflikte zwischen Peking und Washington begann China, Anleihen aus den Vereinigten Staaten allmählich zu veräußern. Die Entwicklung begann nicht erst mit Donald Trump, sondern bereits unter Barack Obama im Jahr 2016. Zwischen 2021 und Mitte 2023 verkaufte China nach Angaben von Business Insider US-Staatsanleihen im Gesamtwert von 300 Milliarden US-Dollar
Der gegenwärtige rekordhohe Ausverkauf beschleunigte diese Tendenz. Er fand vor dem Hintergrund der Einführung von beispiellos hohen Einfuhrzöllen für chinesische Güter vonseiten der Biden-Administration statt. Für einige Waren stiegen die Zölle um über 100 Prozent an. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump kündigte seinerseits an, im Fall eines Wahlsiegs alle chinesischen Waren mit einem 60-prozentigen Zoll zu belegen.

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