Vor 33 Jahren begann Russlands Katastrophe

18 Aug. 2024 07:45 Uhr

Nach dem eher desaströsen Besuch des US-Staatssekretärs Antony Blinken in Peking, reiste überraschend Tesla-Chef und Multimilliardär Elon Musk in das Reich der Mitte. Empfangen wurde er mit offenen Armen und zeigt damit, wie Diplomatie funktionieren kann. Von Sergei Strokan https://freedert.online/international/204213-andere-diplomatie-elon-musk-besucht-peking/ 

https://rtde.podbean.com/e/die-andere-diplomatie-elon-musk-besucht-china-gleich-nach-blinken/

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Medwedew: „Moskau entging Verhandlungsfalle – keine Gespräche bis zur Feindesniederlage“

21 Aug. 2024 Laut Dmitri Medwedew, dem Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats, hätte Russland vor dem Angriff auf Kursk in verfrühte Friedensverhandlungen gedrängt werden können. Nach dem Anschlag sei aber klar: Keine Verhandlungen bis zur vollständigen Niederlage des Gegners.

Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, erklärt auf Telegram, dass Russland vor den Ereignissen im Gebiet Kursk Gefahr lief, in eine „Verhandlungsfalle“ zu geraten und verfrühte und unnötige Friedensverhandlungen mit unklaren Perspektiven und Konsequenzen zu beginnen:

„In letzter Zeit bestand, wenn auch nur theoretisch, die Gefahr einer Verhandlungsfalle, in die unser Land unter bestimmten Umständen hätte geraten können. Vorzeitige, unnötige Friedensverhandlungen, die von der internationalen Gemeinschaft vorgeschlagen und dem Kiewer Regime aufgezwungen worden wären.“ 

Mit dem Terroranschlag auf das Kursker Gebiet ist laut Medwedew die Situation offenbar geworden:

„Nach dem von Neonazis verübten Terroranschlag im Gebiet Kursk hat sich alles geklärt. Das leere Gerede von nicht autorisierten Vermittlern über den schönen Frieden wurde eingestellt. Alle verstehen die Situation, auch wenn es nicht offen gesagt wird. Es wird keine weiteren Verhandlungen geben, bis der Feind komplett besiegt ist!“ 

Auch deutet Medwedew in seiner Veröffentlichung auf die Verantwortlichen für den Angriff auf das Gebiet Kursk hin. Er äußert sich abfällig über einen ehemaligen britischen Premierminister – gemeint ist wohl Boris Johnson:

„Der widerliche Bastard mit dem abstoßenden Gesicht und den zerzausten hellen Haaren aus dem Land, in dem die terroristische Operation vorbereitet wurde, soll sich darüber nicht freuen. Es wird deutlich mehr sinnlose Ausgaben, erheblich mehr zerstörte Militärtechnik und radikal mehr Särge geben.“ 

„Keine Gnade“: Medwedew fordert Hinrichtung von Asow-Kämpfern für Mord an russischem Soldaten

Aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij wurde als eines der Ziele der Kursk-Offensive, die seit dem 6. August andauert, eine Stärkung der Verhandlungsposition Kiews genannt. Russlands Präsident Wladimir Putin schloss aber einen Dialog „mit denjenigen aus, die wahllos Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verüben oder versuchen, eine Bedrohung für Objekte der Atomenergie zu schaffen“. Auch Putins Berater Juri Uschakow erklärte, dass Russland angesichts des „Abenteuers“ im Kursker Gebiet derzeit keine Gespräche führen wolle.

Gleichzeitig betonte Uschakow, dass die von Putin im Juni vorgeschlagenen Maßnahmen zur Beilegung des militärischen Konflikts nicht aufgehoben seien. Diese umfassen den vollständigen Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten der Volksrepubliken Donezk und Lugansk, Cherson und Saporoschje, die Anerkennung dieser Gebiete als Subjekte der Russischen Föderation und die Aufhebung der Sanktionen gegen Moskau. Kiew betrachtet diese Vorschläge als ein Ultimatum und stellt eigene Bedingungen, die Moskau aber ablehnt.

Laut The Washington Post wollten russische und ukrainische Delegationen im August in Doha Geheimgespräche über ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen führen, doch diese Pläne seien durch die Operation der ukrainischen Streitkräfte im Gebiet Kursk vereitelt worden. Das russische Außenministerium erklärte diesbezüglich, dass „niemand etwas zerstört hat, weil es nichts zu zerstören gab“.

Westen muss Preis für Terror der Ukraine im Gebiet Kursk zahlen

https://odysee.com/@RTDE:e/Medwedew–Russlands-Friedensangebotist-befristet-%E2%80%93-die-Ukraine-bekommt-kein-besseres:0?src=embed

https://de.rt.com/russland/216322-medwedew-moskau-entging-verhandlungsfalle-keine-friedensgespr%C3%A4che/

Lukaschenko: Russland hat noch nicht einmal begonnen, ernsthaft zu kämpfen

18 Aug. 2024 17:29 Uhr

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko glaubt, dass Kiew den Einmarsch in die russische Region Kursk gestartet hat, um eine drastische Reaktion Moskaus zu provozieren und es zu „asymmetrischen Handlungen“ zu drängen. Dabei habe Russland laut Lukaschenko „noch nicht einmal begonnen, ernsthaft zu kämpfen“.

Lukaschenko: Russland hat noch nicht einmal begonnen, ernsthaft zu kämpfen
Archivbild: Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko warnt vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts (Teheran, 13. März 2023)

Der Einmarsch der Ukraine in international anerkanntes russisches Territorium gleiche einem Versuch, Moskau zum Einsatz von Atomwaffen zu zwingen, was dem Ansehen des Landes weltweit unwiderruflich schaden würde, so der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko.

Kursk-Offensive: Ukrainische Truppen verschleppen russische Zivilisten (VIDEO)

Kursk-Offensive: Ukrainische Truppen verschleppen russische Zivilisten (VIDEO)

In einem Interview mit Russia-1, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, warnte Lukaschenko, dass Kiews Operation in der Region Kursk – der größte grenzüberschreitende Angriff Kiews seit Ausbruch des Konflikts – enorme Risiken für die globale Sicherheit berge.

„Die Gefahr besteht darin, dass diese Art der Eskalation seitens der Ukraine ein Versuch ist, Russland zu asymmetrischen Handlungen zu drängen, zum Beispiel zum Einsatz von Atomwaffen“, sagte der Staatschef und fügte hinzu, dass ein solcher Schritt sowohl für Kiew als auch für seine westlichen Unterstützer ein PR-Glücksfall wäre.

„Dann hätten wir wahrscheinlich kaum noch Verbündete. Es gäbe überhaupt keine sympathisierenden Länder mehr“, merkte Lukaschenko dazu an und erklärte, dass diese Reaktion auf der universellen Abneigung gegen die Folgen von Atomwaffen beruhen würde.

Der weißrussische Präsident reagierte auch auf Äußerungen ukrainischer Vertreter, wonach der Einmarsch in Kursk darauf abziele, die diplomatische Position Kiews für mögliche Gespräche mit Russland zu verbessern. Dieser Plan sei „ein Klassiker, aber er funktioniert nicht in einem Kampf gegen ein großes Imperium, das noch nicht einmal begonnen hat, ernsthaft zu kämpfen“, argumentierte Lukaschenko und fügte hinzu, er sei sicher, dass die Ukrainer schließlich aus der Region Kursk vertrieben würden.

Westliche Militärtechnik vor den Toren Moskaus

Westliche Militärtechnik vor den Toren Moskaus

Laut seiner aktuellen Nukleardoktrin kann Russland sein Atomwaffenarsenal nur einsetzen, „wenn es auf den Einsatz von Kernwaffen und anderen Arten von Massenvernichtungswaffen gegen sich selbst oder seine Verbündeten reagiert, sowie im Falle einer Aggression gegen Russland unter Einsatz konventioneller Waffen, wenn die Existenz des Staates selbst bedroht ist“.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehrfach erklärt, dass im Ukraine-Feldzug keine Notwendigkeit für den Einsatz von Atomwaffen besteht. Moskau hat gewarnt, dass es seine Nukleardoktrin ändern könnte, sagte aber, dass jegliche Änderungen als Reaktion auf die von ihm als eskalierend empfundenen Schritte der NATO erfolgen würden.

https://de.rt.com/europa/216032-lukaschenko-russland-hat-noch-nicht/

Vor 33 Jahren begann Russlands Katastrophe

Der sogenannte „Augustputsch“ des Jahres 1991 war ein Versuch, das auseinanderfallende Land zu retten. Die Zeilen aus dem Manifest der „Putschisten“ erweisen sich aus der Höhe von 33 Jahren als wahr, die Warnungen darin sind Realität geworden.

Vor 33 Jahren begann Russlands Katastrophe
Die „Putschisten“ von August 1991. Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn sie entschlossener gehandelt hätten?

Von Pjotr Akopow

Der „Fluch des August“, „Augustschock“: Diese Begriffe haben sich in der russischen Alltagssprache eingebürgert und ein Eigenleben entwickelt. So nennt man hierzulande plötzliche, außergewöhnliche Ereignisse im letzten Sommermonat, derer die russische Geschichte eine Vielzahl bietet.

Vor 100 Jahren wurde die UdSSR gegründet – Ein Nachruf auf eine Realität gewordene Utopie

Meinung

Vor 100 Jahren wurde die UdSSR gegründet – Ein Nachruf auf eine Realität gewordene Utopie

Man kann sich über die Kriterien für die Auswahl dieser tatsächlich oder vermeintlich schwarzen Ereignisse streiten – nicht jeder August bringt groß angelegte Prüfungen mit sich. Aber zweifellos war das, was vor 33 Jahren geschehen ist, eine echte Katastrophe, deren Folgen wir bis heute spüren und sie bis heute nicht bewältigt haben.

Gemeint ist natürlich der sogenannte „Augustputsch“. Neutraler formuliert: die Gründung des Staatskomitees für den Ausnahmezustand (russische Abkürzung GKTschP). Seine Bildung wurde am Morgen des 19. August 1991 bekannt gegeben, tatsächlich gegründet wurde er am Abend des 17. August. An ebenjenem 17. August 1991 wurden auch diese Zeilen aus seinem Manifest geschrieben, vor genau 33 Jahren:

„Eine tödliche Gefahr droht dem großen Vaterland! (…) Extremistische Kräfte sind aufgetaucht, die den Kurs auf die Auflösung der Sowjetunion, den Zusammenbruch des Staates und Machtergreifung um jeden Preis eingeschlagen haben. Die Ergebnisse des nationalen Referendums über die Einheit des Vaterlandes wurden mit Füßen getreten. Die zynische Spekulation mit nationalen Gefühlen ist nur ein Vorwand für die Befriedigung von Ambitionen. Die politischen Abenteurer kümmern sich weder um das heutige Unglück ihres Volkes noch um dessen Zukunft. (…) Sie vergessen, dass die Bande, die sie verurteilen und zerreißen, auf der Grundlage einer viel breiteren Unterstützung des Volkes entstanden sind, die von der Geschichte seit Jahrhunderten erprobt wurde.“

Diese Zeilen richteten Mitglieder des Staatskomitees an das sowjetische Volk. Das Gremium, das die volle Macht in einem Land übernehmen wollte, das aufgrund der Fehler Michail Gorbatschows gerade zusammenbrach. Das GKTschP bestand aus dem amtierenden Vizepräsidenten des Sowjetunion, ihrem Ministerpräsidenten, den Unionsministern für Verteidigung und Inneres sowie dem Chef des KGB. Formal verfassungswidrig wurde es gebildet, um das Land zu retten, saß aber von Anfang an in der Falle, weil Gorbatschows Position ungewiss war: Er war weder zurückgetreten noch des Amtes enthoben, sondern lediglich aufgrund angeblicher Gesundheitsprobleme suspendiert.

Das tragische Schicksal des russischen Volkes. Teil 2: Die Unseren werden nicht kommen

Meinung

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Diese Ungewissheit ruinierte das GKTschP, dessen Gründung sowohl eine Reaktion auf Gorbatschows Schwäche und Doppelzüngigkeit als auch ein mit ihm vereinbarter Schritt war. Die Behörden in Sowjetrussland erkannten das Komitee nicht an, in Moskau brachen Massenproteste aus, und die „Putschisten“ verhielten sich wie gelähmt und wurden zwei Tage später verhaftet. Ihr Versuch, das Land zu retten, wurde zum Vorwand, es zu zerstören. Die Macht ging in die Hände der russischen Führung unter Boris Jelzin über, und die Unionsrepubliken begannen, sich für unabhängig zu erklären. Es dauerte noch vier Monate, bis die Sowjetunion für „nicht existent“ erklärt wurde, doch die tödliche Wunde wurde dem Land in jenem August zugefügt.

Dabei hatte das GKTschP völlig recht: Die Spekulation auf nationale Gefühle (sowohl in den nationalen Republiken als auch in Russland) war nur ein Mittel im Machtkampf, die Politiker, die nach der Macht strebten, dachten nicht an die Folgen des Auseinanderreißens historisch gewachsener Bindungen. Einige von ihnen dachten, dass die Scheidung ihre Völker zu einem besseren Leben führen würde, während andere hofften, dass alles so bleiben würde, wie es war, nur ohne die KPdSU und den Sozialismus, ohne die starke Hand Moskaus, in einer neuen, „weichen“ Union.

Die zentralasiatischen Republiken wurden gar aus dem vereinigten Land regelrecht herausgedrängt, als der Russe Jelzin und der Ukrainer Leonid Krawtschuk es so eilig hatten, den Zusammenbruch der Union zu formalisieren. Das Folgenschwerste war jedoch die Teilung des russischen Kerns des Staates, aus dem drei unabhängige Einheiten entstanden: Russland, die Ukraine und Weißrussland. Die gesamte tausendjährige Logik des Wachsens und der Entwicklung des russischen Staates wurde durchbrochen, und überraschenderweise dachten viele Menschen wirklich, dass dies ohne Folgen bleiben könnte.

Der Zerfall eines (historisch, geistig, wirtschaftlich, militärisch usw.) geeinten Raums war an sich schon ein Verbrechen am russischen Volk und an allen anderen Völkern der Union, sogar denjenigen, die wie die zentralasiatischen Völker erst im 19. Jahrhundert Teil Russlands wurden. Es war aber auch eine tickende Zeitbombe: Es war unvermeidlich, dass externe Kräfte keine Gelegenheit auslassen und die Karte des Zwistes zwischen den brüderlichen Republiken von gestern ausspielen würden. Dies betraf in erster Linie die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine, deren Reintegration zu verhindern zum wichtigsten Bestreben des Westens wurde.

Der Versuch, die Ukraine von Russland zu reißen – ein  großes Verbrechen der Menschheitsgeschichte

Meinung

Der Versuch, die Ukraine von Russland zu reißen – ein großes Verbrechen der Menschheitsgeschichte

Genau aus diesem Grund gibt es die Pläne, die Ukraine in die NATO und die Europäische Union einzubeziehen – um die Möglichkeit einer Wiedervereinigung (in der einen oder anderen Form) der beiden Teile des eigentlich untrennbaren Ganzen auszuschließen. Als Russland die eurasische Integration beschleunigte, indem es die Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion ankündigte, die auch die Ukraine einschließen sollte, wurde der Widerstand gegen unsere Pläne besonders groß.

Wladimir Putin begann, die Verwerfungen der russischen Geschichte zu korrigieren, die nach der Niederlage des GKTschP eingetreten waren, und die transatlantischen Kräfte stellten sich der Wiedervereinigung Russlands in den Weg. Sie stellten sich der russischen Geschichte in den Weg, stellten die Ukraine Russland in den Weg. Eine Ukraine, die selbst zur Geisel ihrer antinationalen „Elite“ geworden war, die sich selbst für gerissen und die klügste überhaupt hielt.

Aber die Schuld an der Tragödie des Bruderkrieges liegt nicht nur bei ihr und nicht nur beim Westen. Der Westen hat nur unsere Fehler und die Krise, die Folgen von 1991, ausgenutzt. Was heute geschieht, wäre nicht möglich, wenn es dem GKTschP im August 1991 gelungen wäre, ein geeintes Land zu bewahren, das reformiert, aber nicht getötet werden konnte und musste. Heute versuchen weder Putin noch das russische Volk in seiner Gesamtheit, die UdSSR wiederherzustellen. Wir wollen die Einheit des russischen Landes und des großen russischen Volkes wiederherstellen. Wir wollen die Folgen der August-Katastrophe von vor 33 Jahren korrigieren.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Originalartikel ist am 17. August 2024 auf ria.ru erschienen. 

Heute vor 30 Jahren war die UdSSR Geschichte – Wie es zu dem Zerfall kam

Als die Ukrainer innerhalb der Sowjetunion die Geschicke des Landes lenkten

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Wie überzeugt man Putin, dass der Westen in der Ukraine länger durchhält als Russland?

17 Aug. 2024 18:58 Uhr

Die US-Zeitschrift „Foreign Affairs“ gilt als einflussreich im Bereich der Außenpolitik. Der nachfolgend diskutierte Artikel zeigt, in welcher auf den Kopf gestellten Welt die tonangebenden US-Experten leben. Wundert es, dass solche Berater die Welt an den Rand des Abgrunds führen?

Von Rainer Rupp

Wir leben in einer Welt, in der immer weniger Menschen zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden können. Inzwischen glaubt Umfragen zufolge ein nicht unbeachtlicher Teil der US-Bevölkerung (knapp mehr als 20 Prozent im Durchschnitt und über 30 Prozent unter Wählern der demokratischen Partei) tatsächlich, dass Männer Babys kriegen können. Inzwischen scheint es auch vom Großteil als ganz normal akzeptiert zu werden, dass ein genetisch als Mann getesteter Boxer bei der Olympiade die Goldmedaille im Frauenboxkampf abfasst.

Wobei man sich allerdings fragt: Glauben die Leute das tatsächlich oder wagen sie einfach nicht mehr, ihre anderslautende Meinung öffentlich kundzutun.

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass sich hochgeschätzte sicherheitspolitische Experten in führenden Veröffentlichungen die Welt so zurechtlegen, wie sie ihnen gerade gefällt oder wie sie vom Establishment gewünscht wird. Zur Bestätigung werden diese Artikel von Fachkollegen gelobt und von der Masse der Leserschaft als der Weisheit letzter Schluss angesehen.

Die zwei Pfeiler der BRICS: Russland und China als treibende Kräfte einer neuen Weltordnung

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Selbst die Produkte der prestigeträchtigen US-Zeitschrift Foreign Affairs spiegeln zunehmend diesen gesellschaftlichen Verfall wider. Davon zeugt auf markante Weise der jüngst erschienene Artikel mit dem Titel „Wie man Putin davon überzeugt, dass er verlieren wird: Der Westen muss zeigen, dass er in der Ukraine länger durchhält als Moskau.“

Die idiotischen Versuche des führenden Wissenschaftlers Altman

Professor Dan Altman beginnt seine Ausführungen mit der Feststellung, dass der Westen, angeführt von den Vereinigten Staaten, es sich zur Aufgabe gemacht hat, Russland davon zu überzeugen, dass es diesen Krieg in der Ukraine nicht nur nicht gewinnen wird, sondern auch, dass der Gedanke, in der Ukraine länger auszuhalten als der Westen einfach lachhaft und unrealistisch sei. Warum das so sein soll, begründet der Herr Professor mit einer Mischung aus wirtschaftlichem Druck auf Russland, fortdauernder militärischer Unterstützung für Kiew und der Intensivierung des Informationskrieges um die öffentliche Wahrnehmung des Kremls sowohl im Westen als auch in der russischen Bevölkerung als auch in der öffentlichen Meinung im Rest der Welt. In diesem, so Altman, auf viele Jahre ausgelegten „Spiel“, könne das verarmende und isolierte Russland nicht mithalten.

Realität auf den Kopf gestellt

Dieser faktenresistente Professor mit Scheuklappensicht geht anschließend davon aus, dass Wirtschaftssanktionen weiterhin ein Hauptinstrument im Werkzeugkasten des Westens sind. Durch deren Beibehaltung und Verschärfung werde Russland allmählich stranguliert, indem sieder russischen Wirtschaft den Zugang zu internationalen Märkten, Finanzsystemen und kritischen Technologien verwehren. Russland, ein Land reich an natürlichen Ressourcen, das mit einer Wirtschaft stark von Energieexporten abhängt, befände sich dann in der Lage, seine wertvollsten Güter nicht mehr an seine traditionellen Kunden verkaufen zu können. Der Westen habe bereits jetzt dafür gesorgt, dass Russlands Öl und Gas, einst das Lebenselixier seiner Wirtschaft, nun eher eine Belastung als ein Segen seien.

Da muss man sich doch tatsächlich fragen, was der Professor da geraucht hat und in welcher Phantasiewelt dieser „respektierliche Akademiker“ lebt. Und warum Foreign Affairs, das angeblich bekannt ist „für die Veröffentlichung fundierter Analysen und Beiträge führender Wissenschaftler, Politiker und Experten“, einen derartigen Mist bringt, der sogar von Wirtschaftsdaten aus westlichen Fachzeitungen wie dem Wall Street Journal oder der Financial Times über die boomende russische Wirtschaft längst widerlegt ist.

Aber der gute Herr Professor hat für diesen Widerspruch eine Erklärung, die allerdings noch abenteuerlicher ist als sein Einstieg. Er behauptet, die westlichen Sanktionen seien „sorgfältig ausgearbeitet“ worden, um einen sofortigen wirtschaftlichen Zusammenbruch Russlands zu vermeiden, der unvorhersehbare Konsequenzen für das Land und seine Nachbarn hätte haben können. Vielmehr sei es den USA bei den Sanktionen darum gegangen, eine anhaltende wirtschaftliche Belastung zu verursachen, die erst im Laufe der Zeit die Fähigkeit Russlands schwächen würde, seine militärischen Operationen in der Ukraine zu finanzieren und zugleich die innenpolitische Stabilität aufrechtzuerhalten. Die Botschaft der Sanktionen an Moskau sei klar: Ihr könnt vielleicht jetzt einen Krieg führen, aber könnt Ihr das auch noch, wenn Eure Wirtschaft in Trümmern liegt?

„Sanktionen aus der Hölle“

An dieser Stelle sollten wir uns an die „Sanktionen aus der Hölle“, erinnern, wie Washington im ersten Enthusiasmus die „schärfsten und umfangreichsten“ Maßnahmen aller Zeiten im Wirtschaftskrieg bezeichnet und deshalb den sofortigen Finanzkollaps Russlands erwartet hatte. Und als dann selbst die schlimmsten Sanktionen aller Zeiten nicht das gewünschte Ergebnis brachten, wurden zusammen mit der EU immer wieder neue, noch umfassendere Boykottmaßnahmen erlassen, bis zur aktuellen 13. Sanktionsrunde. In der oben beschriebenen Passage erkennt man schnell den idiotischen Versuch des führenden Wissenschaftlers Altman, seinem Publikum im Nachhinein das Versagen der westlichen Sanktionen als „sorgfältig ausgearbeitete“ Maßnahmen zu verkaufen, deren Wirkung auf Russland angeblich erst langfristig sichtbar würden. Langfristig, wahrscheinlich aber schon mittelfristig, wird die Ukraine als Staat allerdings gar nicht mehr existieren.

Den Gashahn zudrehen

Auch in diesem Teil seines Artikels wird die Realität auf den Kopf gestellt. Da heißt es zum Beispiel, dass die wirkungsvollste Strategie der Vorstoß des Westens zur eigenen Energieunabhängigkeit von Russland gewesen sei. Jahrelang sei insbesondere Europa stark von russischem Gas abhängig gewesen, was Moskau erheblichen Einfluss verschafft habe. Der Krieg in der Ukraine habe jedoch einen raschen Wandel hin zu alternativen Energiequellen ausgelöst, wobei die Länder daran arbeiten, ihre Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu verringern.

Die Energiepolitik des Westens verfolge dabei zwei Ziele: Erstens schwäche sie die russische Wirtschaft, indem sie eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen abschneidet. Zweitens stelle sie sicher, dass Europa und andere westliche Nationen nicht länger anfällig für russische Energieerpressungen sind. Die Botschaft an Moskau sei klar: Wir brauchen Euer Gas nicht, und bald werden wir es nicht einmal mehr wollen. Mit dieser Botschaft beweist Altman, dass er auch vom Energiesektor nichts versteht und nur billige, grün angehauchte Propagandaphrasen als wissenschaftliche Erkenntnis verkauft.

Wir brauchen Euer Gas nicht

Militärische Unterstützung mit niemals endender Versorgungskette

In diesem Teil seiner Wunschfantasien malt Altman sich aus, wie der Westen die Schleusen der militärischen Hilfe für die Ukraine weiter geöffnet hält, während Sanktionen die russische Wirtschaft ersticken. Dabei freut er sich darüber, dass das gleiche Russland, das auf einen schnellen, entscheidenden Sieg gesetzt habe, nun einer gut bewaffneten und zunehmend erfahrenen ukrainischen Armee gegenübersteht, die von einer scheinbar endlosen Versorgungskette aus dem Westen unterstützt wird.

Die Strategie sei einfach: Die Ukraine kampffähig halten. Denn solange die Ukraine Widerstand leistet, kann Russland keinen Sieg für sich beanspruchen, so Altman. Der Fluss von fortschrittlichen Waffen, nachrichtendienstlicher Aufklärung in Echtzeit und militärische Ausbildung aus dem Westen stellten sicher, dass die Ukraine sich nicht nur verteidigen, sondern auch russische Angriffe zurückdrängen könne. Jede neue Waffenlieferung an die Ukraine sende eine klare Botschaft an Moskau: Euer Gegner verschwindet nicht, und wir (die USA) auch nicht.

Meinung

Pistorius ist ein Angstmacher, und Angst ist ein Gehirntöter

Ein Professor der Politikwissenschaften, der so etwas schreibt, lebt entweder in einer aus ukrainischer Kriegspropaganda gezimmerten Traumwelt, oder er desinformiert sein Publikum absichtlich, was seine „Analyse“ für die Foreign Affairs möglicherweise besonders willkommen macht.

Professor Altman jeden Bezug zur Realität verloren

Diplomatische Isolation: Für Russland die globale kalte Schulter

Doch da ist ein weiteres Thema, bei dem Professor Altman jeden Bezug zur Realität verloren hat, wenn er zum Beispiel schreibt, ein weiteres Instrument im Arsenal des Westens sei die gelungene diplomatische Isolation Russlands. Indem der Westen internationale Unterstützung gegen Russlands Handlungen in der Ukraine mobilisiert habe, werde Russland als aussätziger Staat behandelt. Diese Strategie sei überraschend effektiv, da selbst Länder, die traditionell neutral oder sogar freundlicher gegenüber Russland eingestellt waren, nun gezwungen seien, ihre Positionen zu überdenken.

Stattdessen fährt er damit fort, dass man bei der Betrachtung von Russlands einst formidablem Einfluss auf der globalen Bühne nun feststellen müsse, dass sich russische Diplomaten zunehmend isoliert fühlen und sich an immer weniger Verbündeten wenden könnten. Internationale Organisationen und Foren, von den Vereinten Nationen bis hin zu den G20, seien zu Arenen geworden, in denen Russland Verurteilungen und der Zensur ausgesetzt ist. Die Strategie des Westens bestehe darin, Russland das Gewicht der globalen Missbilligung spüren zu lassen, in der Hoffnung, Moskau unter Druck setzen zu können, seinen Kurs in der Ukraine zu überdenken. Und mit dieser ebenfalls irrationalen Feststellung leitet Altman zum wichtigsten Thema seines Artikels über: zum Informationskrieg.

Allerdings dürfte es dem Herrn Professor schwerfallen, die Tatsache, dass über 90 der wichtigeren Staaten des Globalen Südens im Oktober zum Gipfeltreffen der BRICS+ Gruppe ins russische Kasan kommen, als Beweis für Russlands diplomatische Isolation darzustellen. Deshalb wird das kommende, Weltgeschichte schreibende Großereignis in Kasan von Altman gar nicht erst erwähnt.

Informationskrieg: Der Kampf um die öffentliche Wahrnehmung

Laut Altman hat sich der Westen auch an der Führung eines ausgeklügelten Informationskrieges beteiligt, der sowohl auf russische als auch auf globale Zielgruppen gerichtet ist. Ziel sei es, Wahrnehmungen zu formen, Narrative zu kontrollieren und die Fähigkeit der russischen Regierung zu untergraben, den Krieg im In- und Ausland zu rechtfertigen. Die Ironie dabei sei, dass sich Russland, ein Land mit einer langen Geschichte von Propaganda und Informationskontrolle, nun in der Defensive im Kampf um die öffentliche Meinung befinde.

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Westliche Medien, soziale Netzwerke und sogar direkte Messaging-Bemühungen seien Teile dieser Strategie. Durch die Hervorhebung der menschlichen Kosten des Krieges, die Aufdeckung russischer militärischer Misserfolge und die Feier der ukrainischen Widerstandsfähigkeit versuche der Westen, die russische Moral zu untergraben und Dissens innerhalb Russlands zu schüren. Die Botschaft an Moskau sei daher unmissverständlich: Nicht nur die Welt ist gegen Euch, sondern auch Euer eigenes Volk könnte sich gegen Euch wenden.

Diese Schlussfolgerung ist wirklich unterirdisch.

\Denn das ganze russische Volk steht heute fester denn je hinter seiner Regierung und selbst die Stimmen prowestlicher Liberaler sind angesichts des patriotischen Tsunamis, der das Land erfasst hat, verschwunden.

Das lange Spiel: Den Krieg überdauern

Zum Abschluss erklärt Altman, dass im Kern der Strategie des Westens eine einfache, aber mächtige Idee stehe: Russland zu überdauern. Der Westen wettet darauf, dass seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, technologische Überlegenheit und globalen Allianzen die Fähigkeit Russlands, Krieg zu führen, überdauern werden. Dadurch werde Russland, ein Land mit einer langen Geschichte des Durchhaltens, nun herausgefordert, einen Krieg durchzustehen, den es nicht gewinnen kann.

Das lange Spiel des Westens bestehe aus einer Mischung aus strategischer Geduld und unnachgiebigem Druck. Durch die fortgesetzte Unterstützung der Ukraine, die Aufrechterhaltung der Sanktionen und die weitere diplomatische Isolation Russlands ziele der Westen darauf ab, den Kampfeswillen Russlands allmählich zu erodieren. Diese Strategie, räumt Altman ein, sei nicht ohne Risiken, aber der Westen glaube, dass die Zeit auf seiner Seite ist. Die Botschaft an Moskau ist klar: Wir haben die Ressourcen, die Verbündeten und die Ausdauer, dies durchzustehen – habt ihr das auch?

Natürlich sei keine Strategie ohne unbeabsichtigte Folgen. Die Bemühungen des Westens, länger auszuhalten als Russland, könnten Moskau zu verzweifelten Handlungen treiben, sowohl in der Ukraine als auch darüber hinaus. Das Risiko einer Eskalation – sei es durch Cyberangriffe, militärische Konfrontationen oder andere Mittel – sei allgegenwärtig, so Altman. Das Problem hierbei ist aber, dass der Westen, indem er versucht, länger auszuhalten als Russland, das Land ungewollt in die Enge treiben könnte, was den Konflikt noch gefährlicher mache.

Meinung

Russland-Sanktionen: Habeck macht die Welt, widdewidde wie sie ihm gefällt

Darüber hinaus beruhe die Strategie des Westens, länger auszuhalten als Russland, auf der Annahme, dass die westliche Einheit bestehen bleibt. Angesichts wirtschaftlicher Drucksituationen im Inland, steigender Energiekosten und politischer Spaltungen könnte die Entschlossenheit des Westens im Laufe der Zeit nachlassen.

Aber wie bei jeder Strategie sei auch hier das Ergebnis ungewiss. Die Bemühungen des Westens könnten erfolgreich sein, Russland schwächen und eine Änderung in Moskaus Vorgehen erzwingen. Sie bergen jedoch auch erhebliche Risiken. Am Ende geht es nicht nur darum, ob der Westen länger als Russland aushalten wird, sondern ob die Welt die Konsequenzen dieses langwierigen Konflikts ertragen kann. Die Zeit werde das zeigen. Aber eines sei sicher: Der Westen ist auf lange Sicht dabei und hofft, dass Russland es nicht sein wird, so Altman abschließend.

Allerdings setzt die bloße Idee, Russland zu überdauern, voraus, dass westliche Gesellschaften die Kosten dieses Konflikts länger tragen können als Russland – eine Wette, die nicht ohne „Unwägbarkeiten“ sei.

Ganz am Ende gibt es also doch noch einen Hoffnungsschimmer von vernünftigem Menschenverstand bei dem Herrn Professor Altman. Trotzdem gibt es bei ihm keinen Hinweis darauf, dass er die ganze Tragweite der Katastrophen erkennt, die sich hinter dem Wort „Unwägbarkeiten“ verstecken.

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Die Zeitschrift Foreign Affairs verbreitet routinemäßig mit der Autorität ihres Rufes als eine der einflussreichsten und angesehensten Publikationen im Bereich der internationalen Beziehungen und Außenpolitik nicht nur den Mist von Altman, sondern in stetem Strom weitere Wagenladungen davon aus der Feder anderer hoch angesehener „Experten“. Von Gleichgesinnten wird Foreign Affairs für seine angeblich fundierten Analysen und Beiträge führender Wissenschaftler, Politiker und Experten hoch gelobt. Die Zeitschrift hat in der Tat den Ruf, Debatten über globale Themen zu prägen und sie wird häufig von Entscheidungsträgern und Akademikern zitiert. Infolgedessen hat Foreign Affairs weltweit erheblichen Einfluss in akademischen und politischen Kreisen.

Ich hoffe, das gibt einen kleinen Einblick in das Niveau der sicherheitspolitischen Erkenntnissuche der Herrschenden in Washington und erklärt deren abenteuerliche Politik.

Rainer Rupp: USA wollen Chinas „ausbeuterische Praktiken in Afrika“ stoppen

https://de.rt.com/international/215862-wie-ueberzeugt-man-putin-dass/

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