1 Nov. 2022
Putin: Nur fünf Prozent des ukrainischen Brotes gehen in arme Länder, das ist Betrug
Brot aus der Ukraine gehe nach Europa, nur fünf Prozent in die ärmsten Länder. Das sei direkter Betrug und Täuschung, sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Bei der Unterzeichnungszeremonie für die neuen Gebiete, die Teil Russlands werden sollen, erklärte Putin:
„Unter dem Vorwand, die Ernährungssicherheit der ärmsten Länder der Welt zu gewährleisten, exportieren sie jetzt Brot aus der Ukraine. Wohin soll es gehen? Alles geht in dieselben europäischen Länder, nur fünf Prozent gehen in die ärmsten Länder der Welt. Wieder einmal ein Trick und eine regelrechte Täuschung.“
Der russische Präsident stellte dazu klar, dass Russland seine Beteiligung am Getreidehandel nicht beendet, sondern aussetzt. Er betonte, dass die Drohnen, die bei dem Angriff auf Sewastopol eingesetzt wurden, auch den humanitären Korridor durchflogen, durch den das Getreide abtransportiert wurde. Ukrainische Tauchboote seien mit bis zu 500 Kilogramm Sprengstoff beladen gewesen.
Putin fügte hinzu, wenn die Ukraine die Getreideschiffe angreife, werde man Russland dafür verantwortlich machen, so wie man auch versuche, Russland für den Angriff auf Nord-Stream-Pipelines verantwortlich zu machen. Der Präsident erklärte:
„Jemand anderes hatte die Frechheit zu behaupten, Russland habe Nord Stream selbst in die Luft gesprengt, das ist Unsinn.
Ein 40 Meter langes Rohr wurde herausgerissen, die Rohre wurden 250 Meter weit aufgespalten, ein Stück davon wurde um 90 Grad gebogen und auf einen Teil von Nord Stream zurückgeworfen – das ist ein offensichtlicher Terroranschlag.“
Russland hat seine Beteiligung am Getreideabkommen ausgesetzt. Nun verdeutlichte der russische Präsident Wladimir Putin die Position Moskaus zu dem Deal. Die meisten Agrarprodukte, die Kiew im Rahmen des Abkommens ausführe, kämen nicht bei denjenigen an, die sie am dringendsten benötigen.

Das Getreideabkommen zwischen Moskau und Kiew habe seine Ziele nicht erreicht, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Montag. Die meisten ukrainischen Agrarerzeugnisse, die im Rahmen der Vereinbarung exportiert würden, seien nicht in die ärmeren Länder gelangt, für die sie bestimmt waren, sondern in Europa und der Türkei gelandet, so Putin.

Angriff auf Schwarzmeerflotte: Moskau begründet Aussetzung des Getreideabkommens mit Terroranschlag
Der russische Staatschef erklärte, dass Moskau seine Beteiligung an dem Abkommen aussetze, sich aber nicht vollständig aus ihm zurückziehe.
Das Übereinkommen sei dazu gedacht, „die Belange der ärmeren Länder zu sichern“, sagte er und fügte hinzu, dass die tatsächliche Exportstruktur des ukrainischen Getreides nach Angaben des russischen Geheimdienstes eine ganz andere sei.
„Wir haben diesem [Getreideabkommen] gerade im Interesse der ärmeren Länder zugestimmt“, erklärte Putin. Und weiter:
„Im Großen und Ganzen sieht es so aus, dass 34 Prozent des [ukrainischen] Getreides an die Türkei gehen, 35 Prozent oder sogar noch mehr wird von den EU-Ländern abgenommen, und nur zwischen drei und vier … oder fünf Prozent, laut unserem Landwirtschaftsministerium … gehen an die ärmeren Länder.“

New York Times: Ukraine steckt hinter dem Drohnenangriff auf der Krim
Putins Äußerungen kamen, nachdem das russische Militär den für die Ausfuhr ukrainischen Getreides genutzten Schwarzmeer-Korridor, der im Zuge des im Juli in Istanbul erzielten Abkommens vereinbart worden war, geschlossen hatte. Das von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelte Übereinkommen war zunächst als entscheidend für die Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise und die Vermeidung von Hungerkatastrophen in den ärmsten Ländern der Welt gefeiert worden.
Russland hat seitdem wiederholt darauf hingewiesen, dass das Getreide in Wirklichkeit an andere Orte geliefert werde. Nach einem massiven Drohnenangriff auf den Marinestützpunkt in der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim in der vergangenen Woche beschloss Moskau, seine Beteiligung an dem Deal auszusetzen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden die bei dem Angriff eingesetzten Marinedrohnen durch die Sicherheitszone des Getreide-Korridors navigiert, um ihr Ziel zu erreichen. Eine von ihnen könnte sogar von einem zivilen Schiff aus gestartet worden sein, das für den Transport ukrainischer Getreidelieferungen angeheuert wurde, heißt es weiter.

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Hat dies auf Wie Russland den globalen Kräftestand ausgleicht rebloggt.
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