„Das ist Thailand, nicht Israel“

“Israel, Get Out of Phuket”

„Das ist Thailand, nicht Israel“

Thai Thoughts

Die zunehmende israelische Präsenz in Thailand, insbesonder auf Koh Phangan ist in Thailand zu einer realen und inzwischen offen geführten Kontroverse geworden.

Offensichtlich nicht nur in Thailand.

Der Siargao-Skandal: Israelis, Belästigung und die Kontroverse um das Chabad-Haus

Dee NotKnow

Koh Phangan

Ein zentraler Konfliktpunkt sind Grundstücke, Unternehmen und sogenannte Nominee- oder Strohmann-Konstruktionen.

Thailand beschränkt den Erwerb von Land durch Ausländer und bestimmte Formen ausländischer Geschäftstätigkeit. Dennoch haben die Behörden auf Koh Phangan Strukturen aufgedeckt, bei denen nach Auffassung der Ermittler thailändische Anteilseigner lediglich vorgeschoben wurden, während die tatsächliche wirtschaftliche Kontrolle bei Ausländern lag.

Im Mai 2026 setzte die Polizei bei einer größeren Aktion auf Koh Phangan mehr als 300 Beamte ein. Dutzende Unternehmen und Standorte wurden untersucht. Bei 32 Firmen stellten die Behörden Nominee-Verstöße fest; Ausländer wurden festgenommen und erhebliche Landflächen beschlagnahmt. Parallel dazu erklärte das thailändische Department of Special Investigation (DSI), auf Koh Samui und Koh Phangan insgesamt mehr als 11.000 Firmen auf mögliche Nominee-Konstruktionen zu überprüfen.

Bei Yoga House bezeichneten die Ermittler einen israelischen Staatsangehörigen als den tatsächlichen wirtschaftlichen Eigentümer hinter thailändischen Anteilseignern. Das Unternehmen hielt acht Grundstücke mit zusammen etwa 7,5 Rai und einem angegebenen Wert von mehr als 60 Millionen Baht.

The Yoga House Koh Phangan  

Die Angelegenheit hat inzwischen die höchste politische Ebene erreicht. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul befasste sich persönlich mit einem verdächtigen Immobilienfall auf Koh Phangan und ordnete an, nicht nur die formalen Eigentumsverhältnisse, sondern insbesondere die tatsächliche Kontrolle der Unternehmen und die dahinterstehenden Geldströme zu untersuchen.

Auffällig ist zugleich die Größe der israelischen wirtschaftlichen Präsenz auf der Insel. Thai PBS berichtete im Mai 2026 von insgesamt 4.761 Unternehmen auf Koh Phangan, darunter mindestens 3.213 mit ausländischer Beteiligung.

Unter den registrierten ausländischen Anteilseignern stellten Israelis mit 702 Personen beziehungsweise rund 22 Prozent die größte Gruppe. Dahinter folgten Franzosen mit 426, Briten mit 359 und Deutsche mit 194 Personen.

Auffällig für die Ermittler waren thailändische Personen, die als Anteilseigner bei 258 beziehungsweise 222 verschiedenen Firmen eingetragen waren.  

Parallel zur wirtschaftlichen Präsenz hat sich auf Koh Phangan eine ausgeprägte israelisch und hebräisch geprägte Infrastruktur entwickelt. Dazu gehören israelisch ausgerichtete Unternehmen und Dienstleistungen ebenso wie religiöse und soziale Einrichtungen.

Auf der Insel existiert ein offizielles Chabad House, das als jüdisch-israelischer Anlaufpunkt dient und unter anderem ein koscheres Restaurant, Lebensmittelangebote und Einrichtungen für Familien bereitstellt. Chabad verfügt außerdem über internationale Spendenstrukturen mit unterschiedlichen Möglichkeiten für Unterstützer aus Israel, den USA und weiteren Ländern.

Der größte „Seder“ der Welt (traditionelles Festmahl zu Beginn des jüdischen Pessachfestes) findet im Rabbi of Chabad House in Koh Samui mit Rabbi Mendy Goldschmidt statt.

Feststellen lässt sich, dass auf Koh Phangan eine Infrastruktur entstanden ist, die es israelischen Besuchern und längerfristig dort lebenden Israelis ermöglicht, einen beträchtlichen Teil ihres religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens innerhalb eines hebräischsprachigen Umfelds zu organisieren.

Eine besondere Entwicklung seit dem Gaza-Krieg ist die Ankunft israelischer Kriegsveteranen und anderer traumatisierter Israelis.

Auf Koh Phangan entstand hierfür das Projekt David’s Circle. Das Zentrum richtet sich unter anderem an ehemalige und Reserve-Soldaten, Überlebende des Nova-Festivals sowie Menschen aus besonders vom Krieg betroffenen israelischen Regionen.  

David’s Circle wird von der US-amerikanischen Organisation Let’s Do Something unterstützt. Eine öffentliche Spendenkampagne brachte rund 94.000 US-Dollar von mehr als 750 Unterstützern ein.

Bemerkenswert ist, dass dieselbe Organisation neben humanitärer und psychologischer Hilfe auch Projekte zur Unterstützung israelischer Militäreinheiten betreibt. Nach eigenen Angaben hat sie mehr als fünf Millionen US-Dollar an defensiver Ausrüstung bereitgestellt.

Belegt ist, dass die Organisation sowohl David’s Circle unterstützt als auch Hilfe für israelische Soldaten beziehungsweise militärische Einheiten organisiert.  

Mit der wachsenden israelischen Präsenz hat auch der Unmut unter Teilen der thailändischen Bevölkerung zugenommen. Einwohner und lokale Kritiker bezeichneten Koh Phangan bereits als „second Tel Aviv“ und forderten eine stärkere Kontrolle israelisch geführter Unternehmen und möglicher Nominee-Konstruktionen. In diesem Umfeld entstand auch die Kampagne „Save Koh Phangan“.

Im Laufe des Jahres 2026 weitete sich die Diskussion über Koh Phangan hinaus aus. Beschwerden über das Verhalten und die Geschäftstätigkeit einzelner israelischer Besucher und Residenten wurden im Laufe des Jahres 2026 auch aus Koh Samui, Phuket und Pai bekannt. Am 10. September 2026 demonstrierten schließlich mehrere hundert Menschen vor der israelischen Botschaft in Bangkok. Sie verlangten insbesondere, dass ausländische Besucher und Bewohner die thailändischen Gesetze und gesellschaftlichen Regeln respektieren.

Im Frühjahr 2026 kursierte die Behauptung, mehr als 420.000 Israelis seien nach Thailand „geflohen“. Diese Zahl bezog sich auf die gesamten israelischen Einreisen im Jahr 2025 und nicht auf die Zahl dauerhaft in Thailand lebender Israelis. Ende März 2026 schätzten thailändische Behörden die Zahl der zu diesem Zeitpunkt tatsächlich im Land befindlichen israelischen Staatsangehörigen auf etwa 30.000.  

Die thailändischen Ermittlungen haben einen realen Kern der ursprünglichen Beschwerden bestätigt: Es gibt auf Koh Phangan eine ungewöhnlich starke ausländische und insbesondere auch israelische wirtschaftliche Präsenz. In konkreten Fällen untersuchen oder verfolgen die Behörden illegale Nominee-Strukturen, faktische Kontrolle von Grundstücken und Unternehmen durch Ausländer, nicht genehmigte Geschäftstätigkeit sowie die dazugehörigen Geldströme.

Gleichzeitig hat sich eine ausgeprägte israelische soziale, religiöse und wirtschaftliche Infrastruktur entwickelt. Hinzu kommen Einrichtungen für israelische Kriegstraumatisierte und Veteranen sowie internationale Spenden- und Unterstützungsnetzwerke.

Diese Entwicklung wird von Teilen der einheimischen Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen und hat mittlerweile zu öffentlichen Protesten und politischen Reaktionen geführt.

“Israel, Get Out of Phuket”  

 00:26 Überblick über die Spannungen zwischen Thailand und Israel 02:17 Reaktion der Botschaft und offizielle Kontaktaufnahme 04:06 Die israelische Botschaft erläutert ihre Position 05:36 Gegenreaktionen in Thailand und Reaktionen in den sozialen Medien 06:45 Proteste und Forderungen in Bangkok 08:22 Öffentliche Reden und Protestbotschaften 11:20 Kontroverse in Phuket 13:22 Gründe für die zunehmenden Spannungen 15:49 Gründe für die unterschiedliche Wahrnehmung bestimmter Gruppen 18:14 Netzwerke der jüdischen Gemeinde.

Das grosse strukturelle Problem ist die Verbindung von ausländischem Kapital, thailändischen Nominees und teilweise unzureichender Durchsetzung der bestehenden Eigentums- und Gewerberegeln. Israelis sind auf Koh Phangan besonders sichtbar und in mehreren dokumentierten Fällen relevant.

Nur ganz nebenbei gefragt:

Wo ist die Insel in Thailand auf der traumatisierte palestinensische Opfer des Voelkermords in Gaza versorgt werden?

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