Putin: Europäische Bürger wollen keinen Krieg mit Russland

Die Bürger Europas machten bei Wahlen deutlich, dass sie keinen Krieg mit Russland wollten. Dennoch schürten einige europäische Staats- und Regierungschefs die Spannungen weiter, erklärt der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Sitzung der Militärisch-Industriellen Kommission.

Russland habe keinerlei aggressive Absichten gegenüber Europa und den europäischen Staaten, betont Putin. Dafür gebe es „überhaupt keine Grundlage“. Russland sei vielmehr bereit, mit seinen europäischen Nachbarn zusammenzuarbeiten und die Beziehungen zu ihnen wiederherzustellen.

Zugleich wirft Putin europäischen Politikern vor, mit einer angeblichen Bedrohung durch Russland ihre sinkenden Zustimmungswerte retten und Fehler in der Wirtschafts- und Sozialpolitik verdecken zu wollen. Um ihre Position und die aus seiner Sicht übermäßigen Ausgaben für die Ukraine zu rechtfertigen, brächten sie verschiedene Argumente vor, darunter die Behauptung einer russischen Bedrohung.

Mit Blick auf die Ukraine erklärt Putin, die Macht in Kiew sei von einer „Gruppe von Veruntreuern und Korrupten“ usurpiert worden. Diese benötige den Krieg, um ohne Wahlen an der Macht zu bleiben und sich weiter die Taschen mit dem Geld ihrer Sponsoren zu füllen, darunter auch aus Europa. Das ukrainische Regime könne keine Demokratie verteidigen, weil es selbst zu einer Diktatur „verkommen“ sei.

„Wie bekannt, finden in der Ukraine keine Wahlen statt“, sagt Putin. Die ukrainische Führung beeile sich bekanntlich nicht, Wahlen abzuhalten, versuche aber zugleich, Wahlen in Russland zu verhindern, fügt Putin hinzu.

25 Jahre nach 9/11 ‒ Die offenen Fragen von Ground Zero

11 Sep. 2026

Von Rainer Rupp

Fortsetzung von Teil I; Teil II; Teil III; Teil IV; Teil V und Teil VI

Rupps zentrale Argumentation in den Teilen I bis VII lautet:

Auch 25 Jahre nach 9/11 sind seiner Ansicht nach wichtige physikalische, finanzielle, geheimdienstliche und verfahrensrechtliche Fragen ungeklärt, weil die Anschläge aus seiner Sicht nie Gegenstand jener unabhängigen, kontradiktorischen gerichtlichen Untersuchung waren, die ein derart außergewöhnliches Ereignis verdient hätte.

Die Serie führt schrittweise von Fragen zum physischen Einsturz des World Trade Centers über angebliches Vorwissen und Geheimdienstverbindungen zur Kritik an den offiziellen Untersuchungen und schließlich zu einem aktuellen britischen Rechtsverfahren, von dem Rupp hofft, dass es letztlich zu einer neuen Todesfalluntersuchung führen könnte.

Teil I — Die physischen Beweise am Ground Zero

Rupp beginnt mit der Frage, wie die Zerstörung des World Trade Centers untersucht wurde.

Sein Hauptanliegen ist der rasche Abtransport und die Wiederverwertung des Baustahls vom Ground Zero. Er vertritt die Auffassung, dass potenziell wichtiges forensisches Material hätte gesichert und systematisch untersucht werden müssen, bevor es vernichtet oder exportiert wurde.

Außerdem erörtert er Berichte über ungewöhnliches Material im Staub des WTC sowie Argumente von Forschern, die darin einen Hinweis auf thermitisches Material sehen. Aus Rupps Sicht hätten diese Fragen wesentlich gründlicher forensisch untersucht werden müssen.

Die Kernaussage von Teil I lautet daher: Die physischen Beweise wurden nicht so sorgfältig gesichert und untersucht, wie es nach Rupps Ansicht bei einem Tatort dieses Ausmaßes erforderlich gewesen wäre.

Teil II — Warum stürzten die Türme auf diese Weise ein?

Teil II konzentriert sich auf die Geschwindigkeit und das Erscheinungsbild der Einstürze.

Rupp betont, dass die Zwillingstürme sehr schnell einstürzten, und erörtert die Argumente von Befürwortern der Hypothese einer kontrollierten Sprengung. Er fragt, ob die unbeschädigte Gebäudestruktur unterhalb der beschädigten Stockwerke nicht erheblich mehr Widerstand hätte leisten müssen.

Dem stellt er die Erklärungen der offiziellen technischen Untersuchungen gegenüber, die er als unzureichend darstellt.

An dieser Stelle ist es besonders wichtig, Rupps Deutung von der etablierten technischen Untersuchung zu unterscheiden. Das NIST behauptet nicht, der Stahl der Türme habe schmelzen müssen. Seine Erklärung umfasst Schäden durch die Flugzeugeinschläge, den Verlust des Brandschutzes, Brände, die Schwächung beziehungsweise Verformung tragender Bauteile und schließlich die Einleitung des Einsturzes. Rupp weist wesentliche Teile dieser Erklärung zurück oder stellt sie infrage.

Teil II stellt somit im Wesentlichen die Frage:

Konnten die Flugzeugeinschläge und die anschließenden Brände allein die beobachteten Einstürze hinreichend erklären?

Rupp ist der Auffassung, dass ernsthafte Zweifel fortbestehen.

Teil III — WTC 7 und weitere vermeintliche Anomalien

Teil III erweitert die Argumentation, insbesondere auf das Gebäude 7 des World Trade Centers, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde und später am 11. September einstürzte.

Rupp hält WTC 7 für besonders schwer mit der herkömmlichen Erklärung vereinbar und führt Argumente dafür an, dass dessen Einsturz einer kontrollierten Sprengung geglichen habe.

Außerdem zitiert er Äußerungen Donald Trumps vom 11. September 2001, in denen dieser Aspekte der Zerstörung der Zwillingstürme infrage stellte. Rupp nutzt diese und andere zeitgenössische Beobachtungen, um zu zeigen, dass Zweifel an den Einstürzen nicht erst Jahre später entstanden, sondern von Anfang an vorhanden waren.

Auch hier besteht ein grundlegender Dissens. Das NIST untersuchte WTC 7 über mehrere Jahre und kam zu dem Schluss, dass unkontrollierte Brände zu Wärmeausdehnung, zum Versagen von Böden, zum Versagen von Stütze 79 und schließlich zu einem progressiven strukturellen Einsturz führten. Das NIST untersuchte auch Sprengszenarien und erklärte, keine diese stützenden Beweise gefunden zu haben.

Der Streit in Teil III besteht somit im Kern zwischen Rupps Deutung einer kontrollierten Sprengung und der Erklärung des NIST, wonach der Einsturz durch Brände verursacht wurde.

Teil IV — Geld, Geheimdienste und mögliches Vorwissen

Teil IV wendet sich von technischen Fragen ab und richtet den Blick auf die Frage:

Wusste jemand im Voraus, dass etwas geschehen würde?

Rupp erörtert ungewöhnlich umfangreiche Geschäfte mit Verkaufsoptionen vor dem 11. September, insbesondere im Zusammenhang mit Unternehmen, bei denen infolge der Anschläge Verluste zu erwarten waren. Er betrachtet dies als möglichen Hinweis auf Vorwissen.

Anschließend behandelt er geheimdienstbezogene Fragen sowie den bekannten Fall israelischer Staatsangehöriger, die festgenommen wurden, nachdem sie Berichten zufolge das brennende World Trade Center gefilmt hatten.

Aus diesen Vorgängen leitet Rupp weitergehende Fragen dazu ab, ob Einzelpersonen oder Geheimdienstorganisationen möglicherweise über Vorabinformationen verfügten.

An dieser Stelle wird die Serie zugleich besonders spekulativ. Rupp behandelt verschiedene Vorfälle und Verbindungen als Hinweise darauf, dass wichtige Spuren nicht ausreichend verfolgt worden seien; eine dokumentierte Beweiskette dafür, wer die Anschläge organisiert habe, legt er damit nicht vor.

Die Hauptaussage von Teil IV lautet daher nicht wirklich: „Rupp beweist, wer 9/11 verübt hat.“ Vielmehr lautet sie:

Er ist der Auffassung, es habe Anzeichen für Vorwissen gegeben, die wesentlich energischer hätten untersucht werden müssen.

Teil V — Warum wurde die offizielle Darstellung nie vor Gericht geprüft?

Dies ist das rechtliche und institutionelle Kernstück der Serie.

Rupp argumentiert, dass die allgemein anerkannte Erklärung von 9/11 nach und nach den Status einer unantastbaren Doktrin erlangt habe. Menschen, die sie infrage stellten, seien seiner Darstellung zufolge häufig ausgegrenzt oder als Verschwörungstheoretiker bezeichnet worden.

Noch wichtiger ist sein Argument, dass die 9/11-Kommission weder einem Strafprozess noch einer kontradiktorischen gerichtlichen Untersuchung gleichkam.

Diese Unterscheidung ist für seine Gesamtthese von enormer Bedeutung.

Eine Kommission sammelt Beweise und legt Ergebnisse vor. Ein Gerichtsverfahren kann hingegen unter Eid abgegebene Aussagen, Beweisregeln, gegnerische Parteien und Kreuzverhöre umfassen.

Rupps Einwand lautet im Wesentlichen:

Warum wurde der gesamte Fall nie einem kontradiktorischen gerichtlichen Verfahren unterzogen, in dem Sachverständige mit unterschiedlichen Auffassungen die Beweise der jeweils anderen Seite unter Eid prüfen und infrage stellen können?

Er kritisiert insbesondere die 9/11-Kommission und ihren Geschäftsführer Philip Zelikow. Seiner Ansicht nach verhinderten Mandat, Verfahren und Vorannahmen der Kommission, dass sie die etablierte Darstellung ernsthaft hinterfragte.

Teil VI — 9/11 im Vergleich mit Lockerbie

Teil VI zieht den wohl klarsten verfahrensrechtlichen Vergleich Rupps.

Er vergleicht 9/11 mit dem Bombenanschlag auf Pan-Am-Flug 103 über Lockerbie in Schottland im Jahr 1988.

Bei Lockerbie starben 270 Menschen, darunter 190 US-Amerikaner. Rupp betont, dass die Ermittler winzige Wrackteile und forensische Spuren sorgfältig sammelten und den Tatablauf rekonstruierten.

Bei 9/11 starben dagegen 2.977 Menschen, darunter etwa 2.500 US-Amerikaner. Dennoch seien potenziell bedeutsame physische Beweise aus dem World Trade Center zu schnell beseitigt worden, und die Untersuchung habe keine vergleichbare forensische Behandlung erfahren.

Für Rupp verdeutlicht dieser Gegensatz eine grundlegende Unstimmigkeit:

Warum, so fragt er, wurde Lockerbie als gewaltiger forensischer Tatort behandelt, während man mit dem weitaus größeren Anschlag vom 11. September anders umging?

Unabhängig davon, ob man diesen Vergleich überzeugend findet, bereitet er Teil VII vor: Lockerbie ereignete sich in Großbritannien und war Gegenstand jener Art von gerichtlichem und forensischem Verfahren, die Rupp auch im Fall des Todes eines britischen 9/11-Opfers angewandt sehen möchte.


Teil VII — Die Möglichkeit einer britischen gerichtlichen Untersuchung

Teil VII führt die sechs vorangegangenen Artikel zusammen und verlagert die Geschichte in die Gegenwart.

Im Mittelpunkt steht Matt Campbell, dessen Bruder Jeffrey Campbell im 106. Stockwerk des Nordturms ums Leben kam.

Campbell bemüht sich seit vielen Jahren um eine neue britische gerichtliche Untersuchung des Todes seines Bruders.

Ein sogenanntes Inquest ist in England und Wales eine gerichtliche Untersuchung der Umstände eines Todesfalls. Rupp hält dies für potenziell bedeutsam, weil Beweise im Rahmen eines förmlichen Rechtsverfahrens geprüft werden könnten, anstatt lediglich in Dokumentarfilmen, Büchern, technischen Fachartikeln oder den Medien erörtert zu werden.

Rupp zufolge fand Campbells ursprüngliches Inquest 2013 statt und war sehr kurz. Anschließend beantragte Campbell eine neue Untersuchung und reichte Material ein, das seiner Auffassung nach die anerkannte Erklärung für die Einstürze des WTC infrage stellt.

In Teil VII tritt außerdem Roger Waters auf, der Campbells Kampagne finanziell und öffentlich unterstützt hat. Waters sprach in einem Interview mit Tucker Carlson im Juli 2026 über das Thema.

Waters erklärt, die Einstürze verdienten eine erneute Untersuchung, und äußert den Verdacht, dass einige Geheimdienstorganisationen über Vorwissen verfügt hätten. Wichtig ist: So wie Rupp das Interview schildert, behauptet Waters nicht, die tatsächlichen Täter benennen zu können.

Die entscheidende Entwicklung ist das in dem Artikel beschriebene Verfahren vor dem britischen Supreme Court.

Rupp zufolge lautet die unmittelbar zu klärende Rechtsfrage nicht, ob 9/11 ein „Inside Job“ war, ob Sprengstoff die Türme zerstörte oder wer die Anschläge verübte.

Sie ist wesentlich enger gefasst:

Kann die Weigerung des Generalstaatsanwalts, das von Campbell beantragte neue Inquest zuzulassen, gerichtlich überprüft werden?

Rupp zufolge ist die Anhörung vor dem Supreme Court für den 14. und 15. Oktober 2026 angesetzt. Da heute der 18. September 2026 ist, liegt diese Anhörung noch in der Zukunft. Der Artikel belegt daher nicht, dass Großbritannien unmittelbar vor einer neuen Untersuchung zu 9/11 steht. Er besagt, dass Campbell einen Rechtsweg verfolgt, der im Erfolgsfall und nach weiteren Verfahrensschritten möglicherweise ein neues Inquest ermöglichen könnte.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Rhetorik des Artikels die möglichen Folgen bisweilen unmittelbarer erscheinen lässt als die Verfahrensfrage, die dem Gericht derzeit tatsächlich vorliegt.

Zusammengenommen bilden die sieben Artikel eine durchgehende Argumentation.

Rupp beginnt mit physikalischen Fragen: Stahl, Staub, Einsturzgeschwindigkeiten und WTC 7.

Dann wendet er sich Indizienfragen zu: Finanztransaktionen, mögliches Vorwissen und Geheimdienstverbindungen.

Anschließend folgen institutionelle Fragen: Warum wurden diese Angelegenheiten nicht in einem kontradiktorischen gerichtlichen Verfahren untersucht, in dem Zeugen unter Eid aussagen und Sachverständige ins Kreuzverhör genommen werden können?

Schließlich gelangt er zu Campbells britischem Verfahren, das er als mögliche Gelegenheit darstellt, zumindest einen Teil dieser Beweise vor ein Gericht zu bringen.

Die allen sieben Teilen zugrunde liegende These lässt sich somit recht einfach ausdrücken:

Rupp ist nicht der Auffassung, dass die bisherigen Untersuchungen die wesentlichen Kontroversen um 9/11 zufriedenstellend geklärt haben. Statt die Leser lediglich aufzufordern, seine alternative Erklärung zu übernehmen, verlangt er übergreifend eine neue Untersuchung, in der konkurrierende Erklärungen und Sachverständigengutachten öffentlich und unter Eid geprüft werden können.

Ebenso wichtig ist jedoch der gegenteilige Hinweis: Das Vorhandensein offener Fragen oder die Kritik an einer Untersuchung beweisen für sich genommen weder eine kontrollierte Sprengung noch eine Verstrickung der Regierung oder von Geheimdiensten. Die umfangreiche technische Untersuchung des NIST kam beispielsweise bei WTC 7 zum gegenteiligen Ergebnis: Sie führte den Einsturz auf unkontrollierte Brände und ein fortschreitendes strukturelles Versagen zurück und erklärte, Sprengszenarien auf Grundlage der vorhandenen Beweise ausdrücklich geprüft und verworfen zu haben.

So lässt sich Rupps siebenteilige Serie wahrscheinlich am sinnvollsten lesen: als anhaltendes Plädoyer dafür, umstrittene Fragen zu 9/11 erneut aufzugreifen und gerichtlich zu prüfen, nicht als Beweis dafür, dass Rupps alternative Erklärungen als Tatsachen erwiesen wären.

Es besteht ein glaubwürdiger Zusammenhang zwischen den Anschlägen vom 11. September 2001 und den anschließenden „Kriegen gegen den Terror“ sowie Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia und Sudan – Ländern, die angeblich von den Vereinigten Staaten angegriffen werden sollten.

Wesley Clarks Aussage ist ein wichtiges Indiz dafür, dass Teile der US-Führung unmittelbar nach 9/11 über eine wesentlich umfassendere geopolitische und militärische Neuordnung des Nahen Ostens nachdachten.

Im Jahr 2007 sagte Wesley Clark, ungefähr zehn Tage nach 9/11 habe ihm ein General im Pentagon mitgeteilt, dass die Entscheidung für einen Krieg gegen den Irak bereits gefallen sei, obwohl es keine neuen Geheimdiensterkenntnisse gegeben habe, die Saddam Hussein mit al-Qaida in Verbindung brachten.

Bei einem späteren Besuch berichtete derselbe General ihm demnach von einem Memorandum aus dem Büro des Verteidigungsministers, das vorsah, innerhalb von fünf Jahren sieben Länder „auszuschalten“: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und schließlich Iran. Afghanistan gehörte nicht zu diesen sieben Ländern. Afghanistan war zu diesem Zeitpunkt bereits Ziel der militärischen Reaktion auf al-Qaida und die Taliban.

Dies ist bemerkenswert, weil auch die offizielle 9/11-Kommission dokumentierte, dass die Bush-Regierung unmittelbar nach den Anschlägen nach einer möglichen Verbindung zum Irak suchen ließ.

Clarks Bericht und die offiziellen Unterlagen stimmen daher in einem wichtigen Punkt überein: 9/11 wurde sehr schnell zum Ausgangspunkt von Diskussionen über militärische Maßnahmen, die über Afghanistan und die unmittelbaren Täter hinausgingen.

„Nach 9/11 existierten weitreichende Pläne für Regimewechsel und militärische Interventionen.“ Clark liefert glaubwürdige zeitgenössische Insideraussagen, die diese Behauptung stützen; zumindest im Hinblick auf den Irak bestätigen offizielle Dokumente, dass das Land bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in den Mittelpunkt rückte.

Daher kann vermutet werden: „Der Krieg gegen den Terror wurde genutzt, um bereits bestehende strategische Ziele zu verfolgen.“ Für diese Argumentation gibt es eine ernstzunehmende historische Grundlage, insbesondere im Fall des Irak.

Weiterhin kann vermutet werden: „Aus diesem Grund wurde 9/11 von Teilen der US-Regierung oder verbündeten Geheimdiensten organisiert oder absichtlich zugelassen.“

Rupp verbindet Fragen zu WTC 7, möglichem Vorwissen, Geheimdienstkontakten und den anschließenden institutionellen Entscheidungen. Der Text selbst räumt jedoch ein, dass diese Hinweise keine dokumentierte Beweiskette dafür bilden, wer 9/11 organisiert hat.

Besonders interessant ist der Fall Iran. Die 9/11-Kommission stellte Kontakte zwischen Iran beziehungsweise Hisbollah und al-Qaida fest. Zugleich erklärte sie jedoch ausdrücklich, keine Beweise dafür gefunden zu haben, dass Iran oder die Hisbollah von der Planung der Anschläge vom 11. September wussten.

Die stärkste durch die Quellen gestützte Schlussfolgerung lautet daher, dass Clark ein bemerkenswertes Indiz dafür liefert, dass hochrangige Kreise im Pentagon 9/11 sehr früh als Gelegenheit betrachteten, eine wesentlich umfassendere Strategie gegen mehrere Staaten zu verfolgen, obwohl – zumindest im Fall des Irak – keine überzeugende Beteiligung an 9/11 festgestellt worden war.

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